Das Moviemento in Berlin Kreuzberg ist mit über 100 Jahren das älteste Kino Deutschlands. In diesem Kino liefen nicht nur tausende wunderbare Filme, hier entstand auch Filmgeschichte!

Das Moviemento wurde schon 1907 in einem Wohnhaus am Kottbusser Damm in Kreuzberg gegründet. Damals hieß es noch „Kinematographentheater Topp“ und wurde von Alfred Topp geleitet. Seit dem kam es zu zahlreichen Namensänderungen und auch einigen Erweiterungen in der Einrichtung. Doch der Kern und der Gedanke des Kinos änderte sich bis heute nicht.

Das Moviemento ist für sein liebevoll ausgewähltes Programm in ganz Deutschland bekannt. Man konzentriert sich vor allem auf Filme und Dokumentationen von begabten nationalen und internationalen Regisseuren. Mainstream-Filme sind hier bis heute vollkommen fehl am Platz. Auch die heimische Atmosphäre hat sich über die Jahre gehalten. Die drei Kinosäle sind mit bequemen roten Sofas ausgestattet und es gibt eine Bar, die von sehr freundlichem Personal bedient wird.

Das Kino überlebte mit diesen Grundsätzen Weltkriege und den Boom der neuen Multiplex-Kinos. Es war immer eine beliebte Anlaufstelle für alternative Kultur– und Filmliebhaber und beherbergte auch viele wichtige Filmpersönlichkeiten. Zum Beispiel fing der bekannte Regisseur Tom Tykwer, der für „Lola rennt“ oder „Goodbye Lenin“ verantwortlich ist, hier seine Karriere. Damals war er unter der Führung von Ingrid Schwibbe für das Programm des Movimento verantwortlich. Mit seinem Gespür für gute Filme lockte er in dieser Zeit tausende Menschen in das Moviemento.

Doch am erfolgreichsten war das Kino mit der Vorführung der „Rocky Horror Picture Show“ in den 70gern. Der Trend war sogar so groß, dass Menschen aus ganz Deutschland mit Reisebussen nur für eine Filmvorführung anreisten.