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Goethepreis Frankfurt: Was hinter der Auszeichnung steckt und wo du Goethe in der Stadt begegnest

Der Goethepreis gehört zu den angesehensten Kulturauszeichnungen Deutschlands und ist eng mit Frankfurt verbunden. Hier erfährst du, wie der Preis funktioniert und an welchen Orten du Goethes Spuren in der Stadt selbst entdecken kannst.

Frankfurt ist Bankenmetropole, Messestadt und Verkehrsknoten – und zugleich die Geburtsstadt des wohl bekanntesten deutschen Dichters. Diese Verbindung pflegt die Stadt auf vielen Ebenen: mit Museen, Denkmälern, einer Universität, die seinen Namen trägt, und mit einer Auszeichnung, die weit über Hessen hinaus Gewicht hat. Wenn du dich für den Goethepreis interessierst oder bei deinem Besuch auf literarische Spurensuche gehen willst, findest du hier einen kompakten Überblick.

Ein Preis für Lebenswerke, nicht für Einzelwerke

Der Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main würdigt keine einzelne Neuerscheinung, sondern das Gesamtschaffen einer Persönlichkeit. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob jemand mit seiner Arbeit in einem Geist wirkt, der zu Goethes breitem Interesse an Kunst, Wissenschaft und Menschlichkeit passt. Deshalb ist der Kreis möglicher Preisträgerinnen und Preisträger bewusst offen gehalten.

Das zeigt sich an der Liste der Ausgezeichneten. Neben Schriftstellerinnen und Schriftstellern finden sich dort auch Menschen aus ganz anderen Feldern:

  • Wissenschaft: etwa der Physiker Max Planck und der Psychoanalytiker Sigmund Freud
  • Literatur: zum Beispiel Hermann Hesse, die polnische Lyrikerin Wisława Szymborska und der israelische Autor Amos Oz
  • Film und Theater: unter anderem der schwedische Regisseur Ingmar Bergman

Diese Mischung macht den Reiz des Preises aus: Er verbindet Disziplinen, die im Kulturbetrieb sonst oft getrennt betrachtet werden.

So läuft die Vergabe ab

Der Preis wird im Abstand von mehreren Jahren vergeben, die Verleihung ist traditionell an Goethes Geburtstag, den 28. August, gekoppelt. Über die Auswahl entscheidet die Stadt Frankfurt nach Beratung durch ein Gremium aus Kultur und Politik. Zur Auszeichnung gehören eine künstlerisch gestaltete Urkunde und ein Preisgeld; die aktuelle Höhe und den nächsten Termin findest du auf der offiziellen Website der Stadt Frankfurt.

Die feierliche Übergabe findet üblicherweise in der Paulskirche statt – einem Ort, der für die deutsche Demokratiegeschichte steht und damit gut zum Anspruch des Preises passt. Ob und wie du als Gast an einer Verleihung teilnehmen kannst, ist von Mal zu Mal unterschiedlich. Häufig wird die Feier aber übertragen oder in den Medien ausführlich begleitet.

Goethes Frankfurt zu Fuß entdecken

Auch ohne Preisverleihung lohnt sich ein Tag auf Goethes Spuren. Viele Stationen liegen nah beieinander in der Innenstadt, sodass du sie bequem zu Fuß verbinden kannst.

Frankfurter Goethe-Haus

Am Großen Hirschgraben steht das Haus, in dem Goethe geboren wurde und seine Kindheit verbrachte. Das Gebäude wurde nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg originalgetreu wiederaufgebaut und mit historischer Einrichtung ausgestattet. Du bekommst hier ein gutes Gefühl dafür, wie eine wohlhabende Frankfurter Bürgerfamilie im 18. Jahrhundert gelebt hat – vom Treppenhaus bis zum Puppentheater.

Deutsches Romantik-Museum

Direkt nebenan schließt das Deutsche Romantik-Museum an. Es widmet sich der Epoche, die auf Goethes Zeit folgte und von ihr stark geprägt war. Handschriften, Gemälde und Bücher machen die Gedankenwelt der Romantik anschaulich. Goethe-Haus und Romantik-Museum lassen sich gut gemeinsam besuchen; aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise stehen auf der offiziellen Website des Freien Deutschen Hochstifts.

Goethe-Denkmal und Goetheplatz

Ein paar Minuten entfernt erinnert ein großes Bronzedenkmal am Goetheplatz an den Dichter. Der Platz selbst ist ein beliebter Treffpunkt zwischen Hauptwache und Opernplatz und eignet sich gut als Zwischenstopp für eine Pause.

Ausflüge über die Innenstadt hinaus

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann den Rundgang erweitern:

  • Goethe-Turm: Der hölzerne Aussichtsturm am Rand des Sachsenhäuser Stadtwalds wurde nach einem Brand neu aufgebaut. Von oben hast du einen weiten Blick über die Skyline – ein schöner Kontrast zwischen Wald und Hochhäusern.
  • Gerbermühle: Am Mainufer im Osten der Stadt liegt die historische Gerbermühle, die Goethe bei Besuchen in Frankfurt kannte. Heute wird sie gastronomisch genutzt; ein Spaziergang am Main dorthin lohnt sich besonders an warmen Tagen.
  • Goethe-Universität: Der Campus Westend mit dem markanten IG-Farben-Haus ist architektonisch sehenswert und frei zugänglich, soweit kein Lehrbetrieb gestört wird.

Tipps für deinen Besuch

  • Plane für Goethe-Haus und Romantik-Museum zusammen mindestens einen halben Tag ein.
  • Rund um den 28. August finden in Frankfurt häufig Veranstaltungen mit Goethe-Bezug statt – ein Blick in den städtischen Veranstaltungskalender lohnt sich.
  • Kombiniere die Innenstadt-Stationen mit einem Abstecher in die Neue Altstadt zwischen Dom und Römer, die nur wenige Gehminuten entfernt liegt.
  • Für den Goethe-Turm empfiehlt sich festes Schuhwerk, da der Weg durch den Wald führt.

Häufige Fragen

Wie oft wird der Goethepreis verliehen?

Der Preis wird nicht jährlich, sondern im Abstand mehrerer Jahre vergeben, jeweils rund um Goethes Geburtstag am 28. August. Den nächsten Termin veröffentlicht die Stadt Frankfurt auf ihrer offiziellen Website.

Wer kann den Goethepreis bekommen?

Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die mit ihrem Lebenswerk hervorgetreten sind und Goethes Geist würdig vertreten. Das können Schriftsteller ebenso sein wie Wissenschaftler, Filmschaffende oder Künstler anderer Sparten.

Kann man Goethes Geburtshaus besichtigen?

Ja, das Frankfurter Goethe-Haus am Großen Hirschgraben ist als Museum zugänglich und wird gemeinsam mit dem benachbarten Deutschen Romantik-Museum betrieben. Öffnungszeiten und Preise findest du auf der offiziellen Website.

Ist das Goethe-Haus noch das Original?

Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach detailgetreu rekonstruiert. Viele Einrichtungsgegenstände waren zuvor ausgelagert worden und vermitteln heute ein authentisches Bild der Zeit.