Jetzt haben wir ja hier im Blog schon ausführlich über die Weihnachtszeit geredet. Und auch ganz Hamburg funkelt und leuchtet pünktlich zum ersten Advent in seinem schicken Festmäntelchen. Doch bei all dem Glühwein vergessen wir fast die größte Party des Jahres: Silvester!

Habt ihr dieses Jahr schon etwas vor? Nein? Gut! Dann bleibt in Hamburg und lasst euch von dem faszinierenden Paty-Erlebnis leiten. Ich habe letztes Jahr ganz spontan mein Silvester hier verbracht und war völlig beeindruckt. Ich als Landei kenne ja sonst nur die kleinen Straßen-Böller und die Garten-Raketen.
Und anstatt in Clubs zu tanzen, habe ich Bleigießen ,,gespielt“.

Wer in Hamburg Silvester feiern möchte, dem kann ich da nur den Hamburger Hafen empfehlen. Hier ist erstens mal eine Menge los und der Hafen transportiert nochmal eine ganz eigene Stimmung. Auf den Plätzen drängt, was sonstwo keinen Platz findet und pünktlich um Mitternacht wird der komplette Hafen von Raketenlicht erhellt.
Man feiert zusammen, fremde Leute fallen sich um den Hals, man stößt an – oder auch um, je nachdem wie oft man schon angestoßen hat 😉 und poltert laut und fröhlich in ein neues Hamburger-Jahr.

So weit, so gut. Aber wer dann nach Mitternacht nach Hause fahren möchte (wer es denn schon wagt!), der hat ein Problem. Erst einmal muss man sich durch eine wabernde Menschenmasse wühlen, die grölend und betrunken auf den Treppen der Landungsbrücken harrt und anschließend die U-Bahn suchen, die sich wie ein zäher Kaugummifaden durch die Innenstadt zieht. Hat man denn das auch tatsächlich geschafft und seine richtige Haltestelle zum Aussteigen gefunden, der wundert sich vielleicht über die dicken, weißen Nebelschwaden, die einem die Sicht auf den Weg nach Hause versperren. Also geht es erst einmal nur tastend und suchend voran. Vorbei an brennenden Müllcontainern und kreischenden Jugendlichen, findet man irgendwann vielleicht seine Wohnung. Musisch untermalt wird das Ganze von anhaltenden Feuerwehreinsätzen. Klar.

Klingt das jetzt zynisch? Nö. Ich hatte dabei nämlich eine Menge Spaß! Ich als Landei dachte, mir fallen die Augen aus dem Kopf, bei einer derart aus dem Häuschen geratene Stadt… aber das mag vielleicht auch nur der frisch zugezogene Mensch vom Land so empfinden, der auszog, um seinen Stallgeruch loszuwerden 😉 . Meinem zweiten Jahr in Hamburg sehe ich da auch eher gelassen entgegen. Trotzdem kann ich mein ,,zweites“ Mal kaum abwarten 🙂 !