Wenn von der Decke zwei Meter große Pommes herabhängen, kann das nur Kunst sein. In diesem Fall sind sie aus Plastik und stammen von Claes Oldenburg. Der Schwede gehört zu den Hauptvertretern der amerikanischen Pop-Art und widmet sich dem gemäß vor allem alltäglichen Gegenständen. In Köln gibt es jetzt bis zum 30. September die bislang umfangreichste Ausstellung zum Werdegang des Künstlers zwischen 1950 und 1970 zu sehen.

Claes Oldenburg

Der Kölner kennt mindestens eine von Oldenburgs Arbeiten ganz genau, denn sie ist echte Kunst am Bau. Jeder hat schon einmal die überdimensionale Eistüte bemerkt, die auf dem Dach der Einkaufspassage am Neumarkt zu sehen ist und dort wirkt, als sei sie aus den Händen eines unachtsamen Besitzers gefallen und etwas unsanft gelandet. Irgendwie lustig, und so ist die Kunst des Schweden nun mal.

Das Museum Ludwig bietet aktuell einen reichhaltigen Einblick in sein Schaffen. Unter dem Titel „Claes Oldenburg: The Sixties“ gibt es unter anderem jede Menge Arbeiten aus Vinyl zu sehen, einen Werkstoff, den der Künstler 1963 mit der Serie „The Home“ für sich entdeckte. Die Oberfläche der Gegenstände ist dabei zwar immer makellos, doch der Schwerkraft können sie nicht widerstehen, und so hängen etwa die Flügel eines Ventilators schlaff nach unten oder eine Toilette sinkt einfach in sich zusammen.

Ein echter Ausstellungshöhepunkt ist das „Mouse Museum“, in dem 385 seltsame Gegenstände präsentiert werden, die Oldenburg über längere Zeit hinweg gesammelt hatte und eigentlich auf der documenta 5 zeigen wollte. Zu sehen gibt es etwa ein Stück Plastiktorte, eine gigantische Zahnbürste oder ein Frauenbein, das als Kugelschreiber fungiert.

Das Museum Ludwig ist Hauptleihgeber der Ausstellung, die im Anschluss unter anderem ins Guggenheim Bilbao und ins MOMA weiterreist.

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Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat 10 – 22 Uhr

Eintritt:
Regulär 10, ermäßigt 7 Euro