Molotow, der Cocktail:
„Mit Benzin und Phosphor gefüllte Flasche, die wie eine Handgranate verwendet wird.“
So steht’s im Duden.
Molotow, der Club:
„Ist ein 1990 gegründeter Musik-Club im Stadtteil St. Pauli.“
So steht’s in Wikipedia.

Nun weiß man als Autor und Journalist, dass Wikipedia keine vertrauenswürdige Quelle ist und man sich niemals, zumindest nicht ohne noch andere Quellen hinzuzuziehen, darauf verlassen darf, was irgendwelche Menschen in ebenjenes Online-Lexikon reinschreiben. In diesem Fall bin ich selbst die beste Quelle, denn wen man fast täglich dran vorbeigeht, weiß man um dessen Existenz und kann sie bestätigen.

Nicht nur das. Zwar habe ich nicht so viele Bands dort spielen sehen, wie auf der Tafel über dem Eingang stehen, aber das ein oder andere Konzert habe ich doch erlebt. Das mag daran liegen, dass der Club 23 Stufen unter dem Straßenniveau liegt, es dort unten sehr eng und stickig ist und ich das nicht so gut abkann. Wobei ich für die Stufenzahl wieder Wikipedia zitiere und diesmal kann ich es nicht persönlich bestätigen. Ich hab’ die Stufen einfach nie gezählt. Aber was soll’s.

Der Club ist eine Institution – und wie so vieles hier auf der Ecke vom Abriss bedroht. Das wird auf einem anderen Schild über dem Eingang deutlich. Im Molotow wird Punk-Rock und Indie-Pop, alle möglichen Variationen des Rock und so manch anderes auf der Bühne performt. Hier haben Bands von den Alabama Shakes bis Vampire Weekend gespielt. Die Black Lips und die Bright Eyes, die Black Keys und die White Stripes, die Killers und die Kills, Turbonegro und Turbostaat, usw. usf.

In einem Club, der so klein ist und doch so einen großen Namen hat. Der nicht nur in Deutschland, sondern weltweit bekannt ist. Seine Berühmtheit mag er zwar mit dem gleichnamigen – und nach einem Ex-Außenminister der Sowjetunion benannten – Brandsatz gemein haben, doch das Molotow auf der Reeperbahn ist nun wirklich keinem gefährlich. Im Gegenteil: Es ist für das kulturelle Leben unserer Stadt lebenswichtig.

Darum Leudde: Hingehen, unterstützen, für seinen Erhalt kämpfen.
Danke!

Molotow Musikclub, Spielbudenplatz 5
www.molotowclub.com

Foto: JB