Immer wieder wird im Zusammenhang mit dem Berliner Nachtleben vom großen Club-Sterben geschrieben. So wie einige ihre Pforten für immer dicht machen müssen, kommen aber auch wieder neue hinzu, so wie das Bi Nuu. Vielleicht ist Sterben nicht das richtige Wort, es sollte eher von Generationswechsel die Rede sein.


Die Club-Kultur in Berlin ist über die Grenzen der Stadt, bis weit in ferne Länder, bekannt. Leute, die Berlin besuchen, wissen, dass sie hier ihren Spaß haben können. Die Einheimischen wissen das auch. Natürlich betrauern wir daher auch immer die Stätten, die uns in der Vergangenheit viele durchtanzte Nächte geboten haben. Wir sollten aber auch mal die Neuheiten begrüßen, das Bi Nuu ist eine davon.

Bi Nuu- eine Bereicherung für das Nachtleben von Berlin

Der Name klingt für die Jüngeren beim ersten Hören etwas komisch. Daher muss es hierzu auch eine kurze Erläuterung geben. Bi Nuu, so hieß das am 1. November 1982 veröffentlichte Album der NDW-Sensation Ideal. Es war das letzte Studioalbum der Band. Warum die Betreiber des Clubs ihren Laden nun danach benannt haben, weiß ich aber auch nicht.

Die Überschrift sollte eigentlich noch ein Fragezeichen am Ende zieren, denn sicher ist sich noch keiner. Der Laden ist ja auch noch nicht so alt. Er feierte am 2. März 2012 Eröffnung. Die Betreiber sind gleichzeitig auch noch für die schon erfolgreich laufenden Läden Astra Kulturhaus in der Revaler Straße im Friedrichshain und das Lido in der Schlesischen Straße verantwortlich.

Ein Club am jetzigen Standort des Bi Nuu ist auch nicht neu. Früher war da das KATO drin, bis es im Jahr 2009 wegen eines fehlenden Notausgangs schließen musste. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen, mussten irgendwann auch die letzten Punkbands aus den Kellerräumen des ehemaligen KATO verschwinden. Heute befinden sich hier die Backstageräume des Bi Nuu.

Was dem Clubgänger im Bi Nuu geboten wird

Die Internetseite ist wenig informativ. Es scheint sich aber in Berlin eingebürgert zu haben, die Interessenten eher mit wenigen Informationen auszustatten und die vorhandenen in allerlei Worthüllen zu verkleiden, sodass am Ende eigentlich keiner weiß woran er ist, aber sich denkt, dass es cool sein muss.

Die Location ist es auf jeden Fall. Der Club liegt direkt unter der U-Bahn-Station Schlesiches Tor. Oben rumpeln die Züge der U1, während unten gefeiert wird. Wie lange das so bleibt, steht in den Sternen. Es gibt nämlich bereits eine Bürgerinitiative, die gegen den vom Bi Nuu ausgehenden Lärm vorgehen will. Kreuzberg 36 soll nicht länger eine Partymeile sein.

Dabei haben die Betreiber auf jeden Fall das Geld an der richtigen Stelle ausgegeben. Das Bi Nuu hat eine ordentliche Anlage und eine vernünftige Lichttechnik zu bieten. Auf ausreichenden Lärmschutz wurde natürlich auch viel Wert gelegt. Neben den normalen Partys, finden im Bi Nuu auch Konzerte statt. Anfang Dezember wird zum Beispiel die Band Triggerfinger in einem ausverkauften Konzert auftreten. An hochkarätigen Gästen mangelt es dem Laden also nicht.

Bi Nuu, Im Schlesichen Tor, 10997 Berlin