Alte Oper Frankfurt: Konzerthaus mit bewegter Geschichte
Prachtbau, Kriegsruine, Konzerthaus: Die Alte Oper hat in Frankfurt viele Rollen gespielt. Hier erfährst du, was hinter der Fassade steckt, was heute dort läuft und wie du deinen Besuch gut planst.
Zwischen gläsernen Bankentürmen und den Grünanlagen am Rand der Innenstadt steht ein Gebäude, das wirkt, als sei es aus einer anderen Epoche gefallen. Die Alte Oper ist einer der Orte, an denen Frankfurt zeigt, dass es mehr ist als Finanzplatz und Messestadt. Ob du ein Konzert erleben willst oder einfach nur über den Platz davor schlenderst: Der Bau lohnt einen genaueren Blick. Hier erfährst du, warum das Haus so besonders ist, was dort heute stattfindet und wie du deinen Besuch sinnvoll mit der Umgebung verbindest.
Ein Bürgerbau mit Selbstbewusstsein
Die Alte Oper entstand im späten 19. Jahrhundert, in einer Zeit, in der wohlhabende Städte ihre Bedeutung gern in Stein ausdrückten. Finanziert wurde der Bau zu einem großen Teil von Frankfurter Bürgern selbst – ein Detail, das viel über das Selbstverständnis der Stadt verrät. Hier wollte man keine Residenz eines Fürsten, sondern ein Haus der Stadtgesellschaft.
Architektonisch orientiert sich das Gebäude an der italienischen Hochrenaissance. Achte beim Näherkommen auf ein paar Einzelheiten:
- Die Inschrift am Giebel: „Dem Wahren Schönen Guten“ – ein Leitspruch, der den hohen Anspruch des Hauses an die Kunst formuliert.
- Die Figuren auf dem Dach: Ganz oben thront eine Skulpturengruppe mit dem geflügelten Pferd Pegasus, Sinnbild der dichterischen Inspiration.
- Die symmetrische Fassade: Säulen, Bögen und Schmuckelemente sind streng geordnet und wirken besonders im Abendlicht eindrucksvoll.
Vom Trümmerfeld zurück ins Stadtleben
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Opernhaus bei Luftangriffen fast vollständig zerstört. Übrig blieben Außenmauern und Fassadenreste. Jahrzehntelang stand die Ruine mitten in der Stadt, zeitweise drohte sogar der Abriss. Viele Frankfurter nannten sie halb liebevoll, halb resigniert „Deutschlands schönste Ruine“.
Dass das Gebäude heute wieder steht, verdankt es vor allem dem hartnäckigen Engagement aus der Bevölkerung. Engagierte Bürger sammelten über Jahre Geld und warben unermüdlich für einen Wiederaufbau. Anfang der 1980er-Jahre öffnete das Haus dann neu – allerdings nicht mehr als Opernbühne, sondern als Konzert- und Veranstaltungshaus. Außen erinnert vieles an das historische Vorbild, innen ist der Bau modern gestaltet und auf vielseitige Nutzung ausgelegt.
Wichtig zu wissen: Hier läuft keine Oper
Der Name führt Besucher regelmäßig in die Irre. Wer in Frankfurt eine Opernaufführung sehen möchte, ist in der Alten Oper meist falsch. Das Musiktheater der Stadt spielt in einem eigenen Haus am Willy-Brandt-Platz. Die Alte Oper hingegen ist ein Ort für:
- Sinfoniekonzerte mit Orchestern aus der Region und aus aller Welt
- Kammermusik und Liederabende in kleinerem Rahmen
- Pop, Jazz und Weltmusik – das Programm ist bewusst breit
- Lesungen, Shows und Filmkonzerte, bei denen ein Film mit Live-Musik begleitet wird
- Kongresse, Galas und Firmenveranstaltungen
Die beiden wichtigsten Räume sind der Große Saal für große Besetzungen und der intimere Mozart Saal. Welche Veranstaltungen gerade anstehen, erfährst du auf der offiziellen Website der Alten Oper.
So planst du deinen Besuch
Die Alte Oper liegt am Opernplatz im westlichen Teil der Innenstadt und ist sehr gut erreichbar. Die U-Bahn-Station „Alte Oper“ befindet sich direkt am Platz. Mit dem Auto ist die Anreise möglich, Parkplätze in der Innenstadt sind aber knapp und teuer – öffentliche Verkehrsmittel sind meist die entspanntere Wahl.
| Frage | Tipp |
|---|---|
| Tickets | Für beliebte Konzerte früh buchen, am besten über die offiziellen Verkaufsstellen |
| Kleidung | Es gibt keine feste Kleiderordnung; gepflegt-leger passt fast immer |
| Ankunft | Plane etwas Puffer ein, Garderobe und Einlass brauchen bei großen Abenden Zeit |
| Barrierefreiheit | Informationen zu Zugängen und Plätzen findest du beim Veranstalter |
Rund um den Opernplatz
Auch ohne Konzertkarte lohnt sich ein Abstecher. Der Platz selbst ist ein beliebter Treffpunkt, an warmen Tagen sitzen viele Menschen auf den Stufen und am Brunnen. Von hier aus erreichst du zu Fuß:
- Die Fressgass: Die Große Bockenheimer Straße ist bekannt für Feinkost, Cafés und Restaurants – ideal vor oder nach einem Konzert.
- Die Goethestraße: Frankfurts Adresse für edle Boutiquen und Schaufensterbummel.
- Die Wallanlagen: Der grüne Ring um die Innenstadt lädt zum Spazieren ein und verbindet dich mit weiteren Sehenswürdigkeiten.
- Das Bankenviertel: Nur wenige Schritte entfernt erlebst du den Kontrast zwischen Gründerzeitpracht und moderner Hochhausarchitektur.
Ein kleiner Tipp für Fotofans: Stell dich so auf den Platz, dass hinter der Alten Oper die Türme der Skyline aufragen. Kaum ein anderes Motiv bringt das alte und das neue Frankfurt so gut in ein Bild.
Häufige Fragen
Kann ich die Alte Oper auch ohne Veranstaltung besichtigen?
Das Äußere und den Opernplatz kannst du jederzeit frei erkunden. Ob und wann Führungen durch das Innere angeboten werden, erfährst du auf der offiziellen Website.
Werden in der Alten Oper Opern aufgeführt?
In der Regel nicht. Das Haus ist heute ein Konzert- und Veranstaltungsort. Opernaufführungen finden im Haus der Oper Frankfurt am Willy-Brandt-Platz statt.
Wie komme ich am besten hin?
Am einfachsten mit der U-Bahn bis zur Station „Alte Oper“, die direkt am Platz liegt. Auch vom Hauptbahnhof aus ist der Weg zu Fuß gut machbar.
Was kann ich vor einem Konzert in der Nähe unternehmen?
Ein Abendessen in der Fressgass, ein Bummel über die Goethestraße oder ein Spaziergang durch die Wallanlagen lassen sich gut mit einem Konzertbesuch verbinden.