Die Zeil in Frankfurt ist eine der umsatzstärksten Einkaufsstraßen Europas. Rund 13.000 Menschen sind hier pro Stunde unterwegs und nutzen das vielfältige Shoppingangebot der Mainmetropole.

Die Zeil gibt es seit dem Mittelalter. Seither wurde sie von den verschiedensten Epochen und damit einhergehenden Baustilen geprägt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Straße zu einer florierenden Einkaufsmeile, die seit 1972 eine reine Fußgängerzone ist. Von der Hauptwache zieht sie sich knapp 500m bis zur Konstablerwache. Dahinter beginnt die sogenannte Neue Zeil, die sich jedoch nie als Einkaufsstraße etablieren konnte. Der Durchschnittsmietpreis für einen Quadratmeter auf der Zeil beträgt momentan 256 €. Damit liegt die Zeil auf Platz zwei im deutschlandweiten Mietpreis-Vergleich.

Die Zeil im Wandel der Zeit

Im 16. Jahrhundert entstanden auf der Zeil, die die breiteste Straße der Altstadt darstellte, die ersten bürgerlichen Häuser. Der Wunsch der Bürger nach repräsentativen Wohnhäusern veränderte den Charakter des Straßenzuges in den folgenden Jahren radikal. Auch die Entwicklung Frankfurts zur Messe-Stadt nahm Einfluss auf die bauliche Entwicklung der Zeil, da Unterkünfte für die zahlreichen Besucher geschaffen werden mussten. Große Stadthäuser dominierten von nun an die Straße, die je nach vorherrschender Epoche nach den neusten Stilen umgestaltet wurden. So entwickelte sich die Zeil im 18. Jahrhundert zu einer barocken Prachtstraße, in der unter anderem Vertreter des Kaiserhauses residierten. Im 19. Jahrhundert wurde sie hingegen ganz nach der gängigen Mode nach klassizistische Vorbildern umgestaltete.

Entwicklung der Zeil zur Einkaufsstraße im 19. Jahrhundert

Die Entwicklung zur Einkaufstraße vollzog sich Ende des 19. Jahrhunderts. Innerhalb von 10 Jahren hatte sich das Gesicht der Zeil radikal verändert – die Stadtpaläste waren großen Kauf- und Geschäftshäusern gewichen und die Wohnbevölkerung der Zeil hatte sich um 60% reduziert. Im Zweiten Weltkrieg wurde die imposanten Neubauten der Jahrhundertwende jedoch fast vollständig zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte nach pragmatischen Gesichtspunkten und barchte eine radikale städtebauliche Neuordnung mit sich. So entstand u.a. der riesige freie Platz der Konstablerwache im Osten der Zeil und die zahlreichen in äußerst schlichter Formsprache gehaltenen Gebäude. Von der ehemaligen Pracht der Zeil ist war damit nicht mehr viel übrig.

Die Zeil heute

In den letzten zehn Jahren wurden diverse Pläne zur Neugestaltung und Modernisierung der Zeil gefasst und z.T. bereits umgesetzt. So wurde der Bodenbelag der Zeil mit hellen Betonstein ausgetauscht, der der Straße eine freundliche moderne Optik verleiht. Der Mittelstreifen wird weiterhin durch vier Baumreihen geprägt, wurde jedoch durch freie Plätz aufgewertet. Auch wurden die baufällige Imbissbuden durch moderne Pavillons ersetzt. Zwar sind die Bauarbeiten noch nicht vollständig abgeschlossen, doch bietet die Zeil schon jetzt einen weitaus attraktiveren Anblick als noch vor ein paar Jahren. Auch die schlichten, oft tristen Gebäude sollen langsam aber sicher modernen Bauten weichen. Vorläufige Attraktion bietet das 2009 eröffnete Einkaufszentrum MyZeil. Der vom italienischen Stararchitekten Massimiliano Fuksas entworfenen Bau fasziniert mit einer trichterförmigen Glasfassade. Weitere moderne Gebäude sollen folgen.