Am 2. März 2008, also am nächsten Sonntag, werden die Karten für den Einzug ins Rathaus neu verteilt: Es ist Kommunalwahl in München. Dabei werden die Sitze in den Bezirksausschüssen und im Stadtrat besetzt. Weiterhin wird darüber abgestimmt, wer in den nächsten 6 Jahren den Posten des Oberbürgermeisters bekleiden wird.

Dabei sind sechs Kandidaten von SPD, FDP, ödp, CSU, den Grünen und den Freien Wählern angetreten. Wirklich relevant scheint aber, verfolgt man die Medien, mal wieder nur der Zweikampf zwischen Christian Ude und seinem gegenwärtigen Herausforderer zu werden.

Der heißt dieses Mal Josef Schmid, kommt von der CSU, und hat in den letzten Monaten einiges getan, um sich ins Licht der Öffentlichkeit zu drängen. Besonders auffällig waren die Wahlplakate seiner Partei: Auf diesen wurden Ausschnitte der Ausschreitungen in der Münchner U- Bahn vom Dezember 2007 gezeigt.

Der Slogan „…damit Sie nicht der Nächste sind.“ und der Name des OB- Kandidaten schmückten auf provokante Weise das Bild. Auch wenn die CSU ihre Plakate wieder zurückzog, der folgende Proteststurm der Gegenparteien hat den Namen Josef Schmid medienwirksam ins Gedächtnis der Wähler gebrannt. Damit steht er als Gegner von Ude auf einer klar definierten Position: Schmidt und die CSU für mehr innere Sicherheit in München.

Die SPD konzentriert sich in ihrem Wahlkampf vor allem auf ihre Ablehnung des Projektes Transrapid. Hier wird für eine Alternative in Form einer Express- S- Bahn gestimmt, und dafür, das Geld statt in das Prestigeprojekt lieber in Schulen, Wirtschaft und Infrastruktur zu stecken.

Auch wenn das zu fünfzig Prozent Wahlkampf- Gerede darstellt: Die Methoden der SPD sind um einiges seriöser als die ihrer CSU- Kollegen. Der Missbrauch eines Verbrechens zur Durchsetzung von Wahlkampfzielen ist zwar leider Usus geworden (siehe Koch in Hessen und die jugendlichen Gewalttäter oder Becksteins mordende Killer- Spieler), aber noch nie in derart drastischer Weise.

Hoffentlich wurde hier kein Präzedenzfall geschaffen, sonst erwarten uns bald noch mehr Wahlplakate mit Aufzeichnungen von Gewaltverbrechen.