Der Hessische Rundfunk ist mit seinen rund 2000 Mitarbeiter, den sechs Hörfunksendern und dem Fernsehsender „hr-fernsehen“ eine wichtige Stimme innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD). Mit seiner fast 90-jährigen Geschichte zählt der Sender zu einem der ältesten in Deutschland.
Alter Fernsehapparat

Anfänge des Rundfunks in Hessen

Im Jahr 1924 gründeten mehrere Frankfurter Geschäftsleute die Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG. Ziel war es, im Raum Frankfurt das Medium Rundfunk regional zu verbreiten. Nach einer Versuchsphase begann am 1. April 1924 der Betrieb des Senders Frankfurt 1, welcher sich auf dem Gelände des Frankfurter Postscheckamts befand. Im Jahr 1930 erhielt der Sender sein eigenes Funkhaus in der Eschersheimer Landstraße. Drei Jahre später, nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, wurde der Sender verstaatlich und in „Reichssender Frankfurt“ umbenannt. Seine Hauptaufgabe war nun, wie auch die aller anderen staatlichen Sender, die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie und Propaganda. Im Zweiten Weltkrieg wurden das Funkhaus und die Sendeanlagen zerstört. Nach Beendigung des Krieges gründet die amerikanische Besatzungsmacht 1945 den Sender „Radio Frankfurt“. Zunächst wurde aus einem provisorischen Studio gesendet und ein Jahr später kehrt man in das notdürftig wieder hergestellte alte Funkhaus zurück.

Entstehung des Hessischen Rundfunks

Im Oktober 1948 wurde die Gründung des Hessischen Rundfunks (HR) als öffentlich-rechtliche Anstalt im Hessischen Landtag beschlossen. Am 28. Januar 1949 bekam der Intendant des Hessischen Rundfunks Eberhard Beckmann die Sendelizenz von der amerikanischen Besatzungsmacht übergeben. 1951 zog der Sender dann in die bereits gebauten Regierungsgebäude für die Bundesrepublik in den Stadtteil Dornbusch. Diese standen leer, weil sich der Parlamentarische Rat gegen Frankfurt und für Bonn als Bundeshauptstadt ausgesprochen hatte. Im selben Jahr wird der HR Mitglied der ARD.

Entwicklung eines Fernsehprogramms

Anfang der fünfziger Jahre war die technische Entwicklung so weit fortgeschritten, dass man mit der Planung eines Fernsehprogramms begann. Im Jahr 1953 startete die erste Ausstrahlung des Gemeinschaftsprogramms der ARD. Acht Jahre später wurde das hessische Regionalfernsehprogramm gegründet. Seitdem hat der Hessische Rundfunk sehr viel zu der Gestaltung der deutschen Fernseh- und Rundfunkkultur beigetragen. So haben bekannte Fernsehgrößen wie Peter Frankenfeld und Hans-Joachim Kulenkampff ihre ersten Schritte beim Hessischen Rundfunk getan. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich auch immer wieder die Tatortkommissare des Hessischen Rundfunks.

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