Die Mainmetropole ist mehr für Wolkenkratzer und seinen Flughafen berühmt, als für sehenswerte historische Bauwerke. Selbst der Römer, das alte Rathaus ist nicht “echt”, sondern nur eine Rekonstruktion des vor 600 Jahren errichteten Gebäudes. Eine der wenigen historischen Sehenswürdigkeiten ist jetzt auch per Mausklick mit einem virtuellen Rundgang zu besichtigen: Der Bolongaropalast im Stadtteil Höchst.
Bei dem Palast handelt es sich allerdings nicht um ein fürstliches Schloss, sondern um den barocken Prachbau der bürgerlichen Kaufmannsfamilie Bolongaro, die im 18. Jahrhundert als Tabakhändler ein Vermögen machten. Dabei ist auch der Bolongaropalast kein ursprünglich frankfurterisches Gebäude – die Bolongaros, die zwar Frankfurter Bürger waren, bauten ihren Palast im damals eigenständigen Höchst. Später saß dort auch die Höchster Stadtverwaltung, bis sie ihren Platz nach der Eingemeindung 1928 für eine Abteilung der Stadt Frankfurt räumen musste. Auch für OB Roth ist dort heute ein kleines aber feines Büro reserviert.
Ineressierte Besucher des Hauses können nicht nur die prunkvolle Einrichtung mit Deckengemälden, Seidentapeten, Stuckdecken und Spiegelwänden bewundern, sondern auch eine Porzellan-Austellung von Alt Höchster Reproduktionen aus Porzellan der Passauer Manufaktur besichtigen. Denn in Höchst ist ebenfalls seit dem 18. Jahrhundert auch eine berühmte Porzellanmanufaktur ansässig, die ebenfalls ein lohnendes Ausflugsziel im jungen Stadtteil darstellt.
Ebenfalls sehenswert ist der den Palast umgebende symmetrisch angelegte Garten, in dem sich zwei Terrassen und zwei Pavillons finden, die dem eigentlichen Hauptgebäude nachempfunden sind.
Jetzt lässt sich der Ausflug auch schon mit einem virtuellen Besuch im Palast vorbereiten, der Lust auf mehr macht: in 360 Grad Panorama-Aufnahmen lassen sich die einzelnen prächtigen Räume bewundern.