Berlin begrenzt mit einem restriktiven Gesetz die Anzahl der Glücksspielautomaten und die Öffnungszeiten von Spielhallen. Viele nehmen das offenbar nicht ernst: Die Polizei stellte 2013 bei Kontrollen knapp 1.500 Verstöße fest.
Spielautomat

Berliner Polizei geht gegen illegales Glücksspiel vor

Das Land Berlin sagt dem illegalen Glücksspiel den Kampf an: In den ersten elf Monaten 2013 ermittelten Polizisten 1.492 Verstöße gegen das Spielhallengesetz und die Spielverordnung. Das gab die Innenbehörde auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen bekannt. Die Zahl hat sich in den vergangenen Jahren erhöht, 2012 waren es im gesamten Jahr 1.433, 2011 nur 534. Die hohe Anzahl erklärt sich durch intensive Kontrollen der Polizei. 2013 hatten Beamte 680 Spielhallen kontrolliert und zwei Großrazzien auf der Sonnenallee durchgeführt. Insgesamt befinden sich 12.000 Spielautomaten in der Hauptstadt, es kommen fast 300 Wettbüros hinzu.

Die Grundlage: Ein strenges Spielhallengesetz

2011 hat Berlin ein striktes Gesetz zur Suchtprävention beschlossen, auf dieser Grundlage ahndete die Polizei zahlreichen Verstöße. Das Land beschränkt unter anderem die Anzahl der Automaten in Spielhallen und Kneipen. An keinem Ort darf es mehr als acht Geräte geben. Zwischen drei Uhr nachts und 11 Uhr morgens müssen zumindest die Hallen schließen. Zudem müssen die einzelnen Stätten mindestens 500 Meter voneinander entfernt liegen, in der Nähe pädagogischer Einrichtungen darf es überhaupt kein Angebot geben. Für einzelne Regelungen gewährt Berlin für vor 2011 gegründete Unternehmen noch eine Übergangsfrist bis 2016, danach müssen alle Betreiber auf Basis des Gesetzes eine neue Konzession beantragen. Bei den Kontrollen fand die Polizei heraus, dass viele nach dem Gesetzesbeschluss eröffnete Betriebe gegen die Bestimmungen verstoßen. Sie haben zum Beispiel zu viele Geräte aufgestellt oder missachten die Öffnungszeiten. Zudem fanden die Beamten Automaten, die den Behörden nicht gemeldet wurden. Mit diesen und anderen Szenarien sieht sich auch Robert de Niro in dem Film „Casino“ konfrontiert. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Zur Bekämpfung der Spielsucht: Berlin beharrt auf strikte Regeln

Das Spielhallengesetz soll in der Hauptstadt der Suchtprävention dienen: Der Senat geht davon aus, dass Beschränkungen des Angebots die Gefahren reduzieren. Ziel ist, dass weniger Menschen mit Automaten in Berührung kommen, Süchtige sollen weniger Spielgelegenheiten bekommen. Mit zahlreichen Kontrollen inklusive Großrazzien verleiht Berlin diesem Ansinnen Nachdruck.

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