Reeperbahn 1 – eine verdammt coole Adresse. Das Gebäude, das hier steht ist nicht zu übersehen: Ein vollverglaster Stahl-Koloss aus zwei unterschiedlichen hohen Türmen, der sich zu imaginären Beats wiegt und deshalb auch die „Tanzenden Türme“ genannt wird. Der Rhythmus zu dem die leicht x-beinig wirkenden Türme sich zu bewegen scheinen, könnte aus der Tiefe kommen.

Der Untergrund vibriert in dieser Gegend nicht nur, weil die Hamburger Hochbahn zur Abwechslung mal unter der Erde verkehrt. Hier befindet sich auch einer der, wenn nicht DER legendärste Club der Stadt: Der Mojo Club.

Gegründet im Jahr 1989 von Leif Nüske und Oliver Korthals, die ihre alten Jazz- und Soulplatten zuerst in Eppendorf – im Keller des Holthusenbades – auflegten, bevor sie ein Jahr später regelmäßig in der Prinzenbar auf St. Pauli zu Gast waren. 1991 zogen sie dann in das alte, marode Gebäude an der Reeperbahn 1 und eröffneten dort den Mojo Club. Der Abriss des Hauses stand von Anfang an fest, nur wann wusste niemand. 2003 sollte es dann soweit sein und im Mojo gingen die Lichter aus. Schließlich verzögerte sich doch alles und aus dem Mojo wurde das Mandarin. Die Bagger und die Abrissbirne rückten erst 2009 an, doch dann war in Null Komma Nix alles vorbei.

Es war immer klar, dass an dieser Stelle wieder gebaut wird und es war immer klar, dass der Mojo-Club hierher zurückkehren würde. Ganze zehn Jahre mussten die Nüske, Korthals und alle Mojo-Enthusiasten allerdings warten, bis der Club im Februar 2013 endlich wieder eröffnet wurde.

Um einen abgegriffenen Satz zu benutzen: Das Warten hat sich gelohnt. An der Reeperbahn 1 ist ein kleines architektonisches Meisterwerk entstanden – und damit meine ich nicht die Tanzenden Türme. Wer es sehen will, muss 16 Meter tief in die Erde hinabsteigen. Der Zugang befindet sich auf dem Vorplatz der Türme, eingelassen in den Boden.

Nachdem sich die zwei Luken mit dem berühmten Mojo-„M“ geöffnet haben, geht es 42 Stufen in die Tiefe. Der Club erstreckt sich über mehrere Geschosse, von denen das 1. Stockwerk den Eingang, die Kasse und die Garderobe beherbergt. Auf der nächsten Etage befindet sich der Oberrang und eine Bar, im dritten Untergeschoss dann schließlich die Tanzfläche, eine große Bühne sowie zwei weitere Bars.

Das neue Mojo erinnert an einen Theater- oder Konzertsaal mit hohen Decken und einer runden Kuppel. Kühler, rauer Beton und warmes, weiches Holz sind die Hauptmaterialen für den Innenausbau. Der gesamte Club fast bis zu 800 Gäste. Je nach Veranstaltung kann die obere Galerie, sowie unten die Seitenflügel geschlossen werden, um dem Raum die  passende Atmosphäre zu geben.

Oberirisch befindet sich das legendäre Jazz-Café, das ebenfalls wieder eröffnet wurde. Es ist im Erdgeschoss der Tanzenden Türme zu finden und hat Montag bis Samstag ab 11 Uhr geöffnet. Neben feinen Getränken und kleinen Speisen, könnt ihr hier auch Karten für alle Mojo-Konzerte erwerben.

Mojo Club
Reeperbahn 1
www.mojo.de

Foto: JB