Diesen Artikel der Frankfurter Rundschau fand ich sehr interessant. Es geht darum, dass in der Goethe-Universität islamischen Studenten ein Platz zum Beten bereitet wird. Dieser sei „ein Teil vom Flur, der mit einem Sichtschutz abgetrennt ist.“ Das hat die IHG, die Islamische Hochschulgemeinde in Frankfurt, möglich gemacht.

Ist das zu begrüßen? Ich musste mich ehrlich gesagt kurz überwinden, weil ich mir vorgestellt habe, was wäre, wenn man allen Religionen Platz in der Universität verschafft. Da bräuchte es eine Kapelle für Christen, einen Tempel für die Buddhisten.. an meiner Polemik sieht man schon, dass ich von Bedürfnissen bestimmter Religionen nicht allzu viel verstehe.

Trotzdem, die Frage bleibt: Soll man auf die Bedürfnisse der Islamgläubigen an einer deutschen Uni eingehen oder nicht?

Ich denke, mit einem „Teil vom Flur“ ist kein ungerechtfertigt großer Aufwand betrieben worden. Außerdem scheint es, zumindest der Rundschau-Artikel stellt das so dar, als müsste ein islamgläubiger Student täglich beten, egal, ob jetzt Platz dafür da ist, oder nicht. Das rechtfertigt meiner Meinung nach die getroffene Lösung, weil sie die Studenten nicht mehr der Öffentlichkeit aussetzt, bei so etwas privatem wie dem Gebet.

Auf der anderen Seite sorgt eine Abgrenzung, und sei sie noch so gering wie ein Sichtschutz zum Beten, natürlich für Misstrauen. Gerade zur Zeit, wo die Medien voller ISLAMGEFAHR (in roten Großbuchstaben) sind, ist es leicht, eine Meldung wie diese in den falschen Hals zu bekommen.

Ich halte diesen Schritt trotzdem für richtig. Integration heißt eben, Kompromisse zu finden.