Noch bis 18. März 2012 läuft im komischsten Museum Frankfurts, dem Caricatura Museum, die Ausstellung „Tomi Ungerer – Satiricon“.

Anlässlich des 80. Geburtstag des Künstlers zeigte das Caricatura Museum Frankfurt die Ausstellung „Tomi Ungerer – Satiricon“ in Zusammenarbeit mit dem Musée Tomi Ungerer, Straßburg, die am 18. März 2012 enden wird. Zu sehen sind mehr als 170 Werke, darunter auch eine Reihe bislang unveröffentlichte und fragmentarische Arbeiten. Bisher ließen sich etwa 11.000 Besucher von Ungerers komischem Blick auf die Welt begeistern.

Besonders berühren seine Zeichnungen aus der Nazizeit, die er als Kind anfertigte. Aber auch seine satirische Auseinandersetzung mit der Konsumgesellschaft, dem Militarismus und Nationalismus des 20. Jahrhunderts werden als erschreckend aktuell empfunden. Bei der Eröffnung der Ausstellung beeindruckte Ungerer durch Vitalität und Präsenz; er ist ein einzigartiger Chronist unserer Zeit, in dessen Wer deutlich wird, dass die Komische Kunst häufig das einzige Sprachrohr für das Grauen ist.

Ungerer wurde am 28.11.1931 in Straßburg geboren. Erstes Aufsehen erregte er nach seiner Auswanderung in die USA 1956 mit dort publizierten Kinderbüchern, satirischen Zeichnungen und Werbeplakaten. Seit Anfang der 1960er Jahre werden seine Bücher bei Diogenes, Zürich, verlegt. Den Durchbruch erreichte er 1967 mit politischen Plakaten, die dem Protest gegen den Vietnamkrieg stärksten graphischen Ausdruck verliehen. Seither fand Ungerers Teilhabe am Diskurs über gesellschaftliche Veränderungen große Beachtung. Sein Werk wurde unter anderem mit dem französischen Großen Nationalpreis für Grafik (1995), dem internationalen Hans-Christian-Andersen-Preis (1998) und dem Erich-Kästner-Preis für Literatur (2003)
ausgezeichnet. Der Künstler wurde 1987 vom französischen Kulturminister Jack Lang in die Interministerielle Deutsch-Französische Kommission berufen, 1993 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Seit 1975 lebt Ungerer abwechselnd in Irland und Straßburg.

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