Tacheles – Konflikt-Location in Berlin

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Es gleicht dem Kampf von David gegen Goliath, was sich seit dem 13. Februar 1990 bei die Künstlerinitiative Tacheles aus Berlin bezüglich des gleichnamigen Kunsthauses abgespielt hat.

Die Berliner Location Tacheles ist ein Kunsthaus und Zentrum für viele Veranstaltungen in der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte.  Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude mittelmäßig beschädigt, sollte aber aufgrund zweier Statikgutachten abgerissen werden. Eine Straße über das Gelände war geplant und sollte so eine Abkürzung zwischen der Oranienburger Straße und der Friedrichstraße bilden. Mit dem Abbau wurde 1980 begonnen und im Jahre 1982 wurde das Kino geschlossen und der Kuppelbau gesprengt. Der Teil des Gebäudes, der heute noch steht, sollte im April 1990 abgebaut werden.

Kunsthaus Tacheles: es wird weitergekämpft © heatheronhertravels/Flickr

Tacheles: Fortwährender Kampf der Künstlerinitiative

Kurz vor der geplanten Sprengung besetzte die Künstlerinitiative Tacheles im Februar 1990 das Gebäude und ließ ein neues Statikgutachten mit positivem Ergebnis erstellen. Bald entwickelte sich im Kunsthaus Tacheles eine Einrichtung für viele künstlerische Aktivitäten wie Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Theater, Tanzveranstaltungen und vieles mehr.

Während die Künstler, Politiker, Soziologen und Architekten darüber diskutierten, wie das Gebäude zu erhalten sei, kaufte es 1998 die Fundus-Gruppe. Der Tacheles e.V. konnte mit den neuen Eigentümern bis 2008 einen Mietvertrag mit einer symbolischen Mietzahlung über 1 DM pro Quadratmeter je Monat aushandeln, der danach aber nicht verlängert wurde, was den Verein zwang, Ende 2009 Insolvenz anzumelden. Gläubiger der Grundpfandrechte ist die HSH Nordbank, die nun die Zwangsversteigerung anstrebte.

Die Zukunft der Künstler-Location

Der Versteigerungstermin am 4. April 2011 wurde abgesagt, aber danach die Gastronomiefraktion mit einer Zahlung von 1 Million Euro veranlasst, am 5. April 2011 das Gebäude zu verlassen. Die Künstler blieben, aber kurz darauf ließ der Zwangsverwalter eine drei Meter hohe Mauer bauen. Laut einer Pressemeldung vom 17. Oktober 2011 gibt es eine Wende im Streit um das Kunsthaus Tacheles, denn ein Gerichtsbeschluss hat die weitere Räumung verhindert.

Über eine Pressemeldung vom 8. Dezember 2011 erfährt man, dass die HSH Nordbank ohne gültiges Gerichtsurteil laut Angaben der Tacheles-Sprecherin die Tür zum Ausstellungsraum aufbrechen ließ, wo der Künstler Alexander Rodin seine Bilder ausgestellt hatte. Die Räume wurden versiegelt. Die HSH Nordbank behauptet, diese Aktion sei nicht von der Bank ausgegangen.

Auf der Homepage von Tacheles ist momentan zu lesen, dass die kreative Mitte Berlins erhalten bleiben muss und gefordert wird, dass das Gelände mittels Erbpacht in eine öffentliche Stiftung überführt werden möge.