Sun City: Wo Afrika auf Disneyland trifft

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Sun City: Wo Afrika auf Disneyland trifft

Aus dem Boden gestampft: Wo heute Luxushotels und Casinos die Touristen empfangen, gab es früher nichts. Zumindest nichts, was einen Besuch gelohnt hätte. Das änderte sich im Dezember 1979, als der millionenschwere südafrikanische Unternehmer Sol Kerzner hier das Vergnügungszentrum Sun City eröffnete. Im Laufe der nächsten zehn Jahre entstanden insgesamt vier Hotels, zwei Golfplätze, ein künstlicher See und eine Show-Arena mit 6.000 Plätzen.

Warum gerade hier, in dem vom Apartsheidsregime eingerichteten, 150 Kilometer von Johannesburg entfernten Homeland Bophuthatswana? Nun, die südafrikanische Regierung hatte Bophuthatswana zum unabhängigen Staat proklamiert. Zwar erkannte kein anderes Land der Welt den Status an, aber durch diesen Kniff waren in Bophuthatswana Glückspiel und Oben-ohne-Revues legal – anders als in Südafrika.

Mit viel Geld wurden große Show-Acts wie Liza Minelli, Frank Sinatra, die Beach Boys, Elton John oder Queen dazu bewegt, in Sun City aufzutreten – im Widerspruch zu dem Kulturboykott, den die Vereinten Nationen über Südafrika verhängt hatten. Glückspiel, nackte Haut und Musikgrößen: Kein Wunder, dass Sun City bald Sin City genannt wurde, ganz wie das große Vorbild Las Vegas.

1990 setzte Kerzner der Anlage ihre Krone auf, indem er mit den Bauarbeiten für den Palace of the Lost City begann. Ein Hotel, das die anderen in den Schatten stellt, ein Ort, an dem versunkene afrikanische Kulturen wieder aufleben sollen. Wie in einem „Indiana Jones“-Film ragt die Konstruktion aus einen künstlichen Dschungel mitsamt Swimming Pools und Wasserfällen. Klar, das ist „Kitsch as Kitsch can“ – aber mit allem erdenklichen Luxus!

Heute ist Sun City das größte Vergnügungszentrum der südlichen Halbkugel. Vier Hotels – neben dem Palace of the Lost City sind dies die 5-Sterne-Unterkünfte Soho Hotel, The Cascades sowie das etwas preiswertere Cabanas – bieten insgesamt über 1.300 Zimmer, exklusive Restaurants und gediegene Bars. Zerstreuung finden Besucher in dem Wellenbad Valley of the Waves, auf einem Minigolfplatz oder Bowlingbahnen, beim Reiten oder Tennis, bei Shows oder in dem nahegelegenen Naturschutzpark Pilanesberg, in dem sich die Big Five (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard, Büffel) tummeln. Oder sie versuchen ihr Glück in einer der Spielhallen – dem Sun City Casino oder dem Jungle Casino. Hunderte von Spielautomaten (Slot Machines) und Dutzende Spieltische für Black Jack, Roulette und Co. stehen bereit. Wer vor seiner Reise nach Sun City schon einmal üben möchte, kann dies online tun, beispielsweise im Paypal-Casino.

Ein Shuttle-Service bringt die Gäste mehrmals täglich aus Johannesburg nach Sun City. Wer es sich leisten kann, nimmt von Johannesburg aus einen Privatflieger.

Foto: Pixabay_946974_Karenlaptop