Wer in Hamburg mal so richtig ,,abhängen“ möchte, der ist wohl in der Sternschanze genau richtig.

Ich selber bin eigentlich immer dort zu finden, wenn ich gerade mal freie Zeit habe und irgendwie ,,raus muss“ – denn im sogenannten ,,Schanzenviertel“ gibt es so ziemlich alles, was man irgendwie gar nicht braucht: Viele urige Cafés, teure Klamottenläden, natürlich die ,,rote Flora“ und eine einzigartige Atmosphäre, wie sie sonst in Hamburg nicht zu finden ist.

Die Schanze ist bunt, laut und multikulturell: Viele Linksradikale halten sich hier auf, meistens in der sogenannten ,,roten Flora“, ein Gebäude, das eigentlich längst abgerissen werden sollte, von den Linken jedoch ,,erobert“ wurde und quasi als Vorzeigeschildchen für die ,,Punks“ in Hamburg fungiert.
Die Menschen hier sind entspannt, fröhlich und offen für Neues. Und wer selber offen für Neues ist, wird von dieser lebensfröhlichen
Atmosphäre regelrecht aufgesogen und man kann sich diesem Ort gar nicht mehr entziehen.

Auch der Schanzenpark ist sympathisch: Mini-Zirkus, Freilichtkino und hechelnde Wauwis, die über die Wiese springen.
Hier sieht es auch wirklich nach Park aus, nicht wie der Stadtpark, der so künstlich und starr in jegliche konventionelle Rahmen gepresst wurde, dass es mit Natur eigentlich wenig gemein hat.

Traurig ist nur die Tatsache, dass die Stadt seit Jahren versucht, dieses Viertel ,,umzukrempeln“. Da werden jetzt teure Fünf-Sterne-Hotels hingepflanzt, die Wohnungen sind teurer und generell soll die ganze Sternschanze mehr in Richtung ,,schickimicki“ gehen. Schade, wie ich finde, denn meiner Meinung nach ist Hamburg schon wirklich ,,schickimicki“ genug für meinen Geschmack.
Doch trotzdem ist und bleibt die Sternschanze noch der ,,coolste“ Ort Hamburgs, wo man schnell Anschluss findet unter Gleichgesinnten :-).