Oberbürgermeisterin Petra Roth sagt Ja. In ihrem Appell an das Bundesgesundheitsministerium setzt sie sich dafür ein, die Förderung für das Projekt zur Unterstützung Schwerstabhängier mit Diamorphin fortzusetzen. Nach dem jetzigen Stand läuft die Bundesförderung am 29. Februar 2008 aus.

Laut Roth existiert ein Gesetzesentwurf der Länder Hessen, Niedersachsen und Hamburg, der eine gesetzliche Regelung der Vergabe von Heroin vorsieht. Nur wenn dieser im Bundestag beraten werde, sei es auch für die Krankenkassen möglich, das Problem zu berücksichtigen.

In Frankfurt selbst ist die Heroinvergabe bis 2010 durch eine Ausnahmegenehmigung gesichert. Aktuell werden 85 Personen auf diese Weise betreut. Eine relativ kleine Zahl also, doch stellt das Programm einen Anfang dar.

Die Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen wird sicherlich sinken, sollte hier noch mehr investiert werden. Somit stellt die Vergabe von Heroin an Abhängige eine letzte Möglichkeit für Süchtige da, Hilfe zu bekommen. Ich finde gut zu sehen, wie Frankfurt an der Problematik von Drogensucht und Kriminalität arbeitet, mal mit mehr, mal mit weniger Fingerspitzengefühl.

Ist ja auch ein Thema, was nicht ganz einfach zu handhaben ist, dieser Appell hat mir Frau Roth aber schon sympathischer gemacht. Eine Oberbürgermeisterin, die sich öffentlich mit dem Thema beschäftigt, ist mir allemal lieber als ein Politiker im gleichen Amt, der vor allem durch rhetorisches Können und Partygehabe auf sich aufmerksam macht. In sofern bin ich vielleicht sogar ein bisschen stolz auf Frankfurt.