Vielleicht liegt es an der ersten Silbe, „Sar“?

Jedenfalls geraten die Herren Sarrazin und -kozy derzeit wegen ähnlicher Aussagen ins Licht der Öffentlichkeit. Zugegeben: Der französische Präsident (-kozy) vielleicht unfreiwilliger als der Berliner Sparsenator (-razin).

Thilo Sarrazin, dessen rigide, aber erfolgreiche Sparpolitik ihm in Klaus Wowereits Regierung eine gewisse Narrenfreiheit einräumt, ist inzwischen so populär, dass er sogar dem „Spiegel“ ein Portrait wert war.

Ein Portrait freilich, inklusive Zitatensammlung in „Best Of“-Manier. Die Meinungsmacher aus Hamburg berichten außerdem, Sarrazin „dementier[e] halbherzig, dass er im kommenden Jahr zur Bundesbank wechseln könnte“. Mmh. Tatsächlich erwies sich der Berliner Senat in der Vergangenheit des Öfteren als Sprungbrett für bundesdeutsche Polit-Karrieren.

Aber in einer Demokratie, die derart von den Massenmedien beherrscht wird, zählt ärgerlicherweise jedes Wort. Nun ist die Bundespolitik eine in mancher Hinsicht kompliziertere Bühne, auf der selbst dahingemurmelte Sätze beim Abendessen folgenreiche Skandale verursachen können. Wie lange würde es dauern, bis Sarrazin in ein Fettnäpfchen getreten wäre, das sich beim besten Willen nicht ungeschehen machen lässt?