Der Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat einen Lieferboykott ausgerufen. Demnach sollen die Bauern keine Milch mehr an Molkereien liefern. Welche Auswirkungen das auf den Normalverbraucher haben wird, wird sich zeigen.

Nach Angaben des BDM wird für einen Liter Milch im Schnitt 27 Cent im Norden und 35 Cent im Süden gezahlt. Viel zu wenig sagen die Milchbauern. Um vernünftig wirtschaften zu können müsse der Preis bei mindestens 40 Cent pro Liter liegen. Und um wirtschaftlich zu produzieren, sogar 43 Cent pro Liter.

Um dieses Ziel zu erreichen greifen die Milchbauern zu dem stärksten Druckmittel, das sie haben: Protest und Lieferboykott.

Protestiert haben 5.000 Milchbauern vor der Molkerei Weihenstephan in Freising bei München. Die Molkerei gehört zur Unternehmensgruppe Theo Müller, die zuletzt die Preise für Milch in Discountern stark gesenkt hat und somit bei den Milchbauern Empörung ausgelöst hatte.

Der Verband geht davon aus, dass es in nächster Zeit vermehrt zu Lieferengpässen kommen wird. Die Milchindustrie sieht das anders und anscheinend recht gelassen. Der Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) Berlin kommentiert es sehr treffend mit: „Dennoch kann man mit einem Lieferboykott auf regionaler Ebene nicht die Regeln der freien Marktwirtschaft außer Kraft setzen.“

Und von außen betrachtet scheint es wirklich so, als wäre der MIV am längeren Hebe. Denn wie aus der Pressemitteilung zu entnehmen ist, sei Deutschland keine Insel und werde gegebenenfalls Ware aus Mitgliedsstaaten beziehen. Ob das allerdings nur eine Drohung ist, wird sich zeigen.

Wir als Otto Normalverbraucher dürfen also gespannt sein, was passiert. Aber eines ist klar: So wie es jetzt ist, wird es wohl nicht lang bleiben. Der Milchpreis ist im Wandel. Die weltweite Nachfrage steigt, ebenso wie Energie- und Futterpreise. Es wird sich etwas tun.

Stellt sich nur die Frage, wer davon profitieren wird?