Vor ziemlich genau einem Jahr ist das Nichtraucherschutzgesetz in Kraft getreten. Seitdem gab es einen massiven Wildwuchs von sogenannten Raucherclubs. Nun ändert sich endlich was!

Wer innerhalb des letzten Jahres am Abend ein Bierchen trinken oder einfach nur mal ausgehen wollte, musste wohl oder übel feststellen, dass das Nichtraucherschutzgesetz zu einem prohibitionsartigen Zustand geführt hat. Weil es eigentlich nicht erlaubt ist in Kneipen zu rauchen, wurde jedes noch so kleine Pub plötzlich zum „Club“ stilisiert zu dem nur Mitglieder Zutritt haben.

Der Wildwuchs an Raucherclubs hat teilweise sogar skurrile Ausmaße angenommen. Abgesehen von der Tatsache, dass man sich sogar in München – wo es wirklich viele Etablissements gibt – teilweise schwer getan hat einen Nicht-Raucherclub zu finden, musste man diverse andere Stolpersteine hinnehmen.

So kam es mir zum Beispiel so vor, als wären in den Raucherclubs plötzlich noch mehr Leute am qualmen als vorher. Immerhin ist man ja in einem „Raucher“-Club. Also muss man natürlich rauchen! So als hätte die neue Bezeichnung dazu beigetragen den Leuten die Kippe in den Mundwinkel zu stecken. Ich bin zwar kein militanter Nicht-Raucher, aber das war in letzter Zeit schon eine Zumutung!

Zusätzlich musste man beim Öffnen des Geldbeutels schon aufpassen nicht 1000 Kärtchen zu verlieren, die ihrerseits jeweils für eine Mitgliedschaft in einem dieser exklusiven Clubs steht. Oder man war so geschickt und hat sich eine Mappe Zuhause angelegt, in der alle fein säuberlich sortiert sind. Dann konnte man je nach Abendplanung seinen Geldbeutel bestücken. Allerdings blieb dann die Spontanität auf der Strecke. Beziehungsweise musste man dann eben wieder einen Euro investieren um in einem Club in dem man sowieso schon Mitglied ist, nochmal Mitglied zu werden. Skurril oder?

Auf die Frage, was die ganzen Kneipen mit meinen persönlichen Daten wohl alles anstellen will ich garnicht erst eingehen. Da würde ich mir wahrscheinlich die Finger wund tippen!

Auf jeden Fall ändert sich was! Am 1. August tritt das neue Nichtraucherschutzgesetz in Kraft. Zwar schützt das neue Nichtraucherschutzgesetz – auch wenn es so heißt – die Nicht-Raucher nicht mehr, aber immerhin wird es diese Epedemie der „Clubszene“ vermutlich auslöschen.

Das Gesetz sieht vor, dass in Einraum-Gaststätten unter 75 Quadratmetern wieder geraucht werden darf. Bei größeren Wirtshäusern und Diskotheken etc. kann ein Nebenraum als Raucherzone fungieren. In Bierzelten (zum Beispiel auf dem Oktoberfest) soll das Rauchen erlaubt sein. Raucherclubs soll es nicht mehr geben. Allerdings steckt bei der neuen Regelung der Teufel im Detail! Bei den Einraumgaststätten ist zum Beispiel eine Auflage im Spiel, die nur „kalte oder einfach zubereitete Speisen“ als Bewirtung zulässt. Ansonsten darf nicht geraucht werden.

Wenn doch alles nur so einfach wäre! 🙂

Und obwohl ich nun froh darüber bin, dass die Raucherclub-Seuche nun wohl zu Grunde geht, muss ich mich schon fragen, wo der eigentliche Sinn des Gesetzes geblieben ist. Ursprünglich sollte das Gesetz nicht die Gäste vor sich selber schützen, sondern eine ganz andere Gruppe die unfreiwillig dem Dampf aus dem Glimmstengel ausgesetzt ist. Das Personal!

Sogar ich wache nach dem Besuch eines verrauchten „Clubs“ morgens auf und habe Halsweh. Und der Grund ist definitiv das passiv Rauchen. Durch rumsitzen und atmen bekommt man keine Halsschmerzen! Und wenn man sogar davon schon Halsschmerzen bekommt muss es einfach ungesund sein.

Die Angestellten haben im Gegensatz zu mir allerdings keine Wahl ob sie hingehen wollen oder nicht. Die einzige Option ist kündigen und wo anders arbeiten. In der Branche wird man dann aber nicht mehr arbeiten können, weil quasi überall die selben Konditionen herrschen. Und Arbeitslos als Option zu nennen ist in Zeiten der Rezession vielleicht ein wenig weltfremd.

Ob also diese „neue“ Regelung auf Dauer der Status quo bleiben wird, ist mehr als fraglich!

Auf jeden Fall ist jetzt Schluss mit der Raucher-Prohibition!

Artikel auf Sueddeutsche.de.