Gott sei Dank gibt es sie noch, die ein oder andere Bar und Kneipe, die weder der Touri-Pöbel noch der Ausgeh-Abschaum für sich entdeckt hat. Es würde ihm dort auch nicht gefallen – wie etwa im Nachthafen.

Zu wenig Alarm, denn hier pflegt man noch die Kunst der gegenseitigen Unterhaltung und des gemeinsamen Gesprächs. Ein Laden ohne Schnick-Schick, wo man gerne schnackt. Zu speziell auch die Musik, da hier weder Songs zum Mitgröhlen noch Schunkeln gespielt werden. Allenfalls zum lässig Herumstehen – obwohl man hier meist lieber sitzt. In gemütlichen Sitzecken, auf deren Polstern einst willige Damen und noch willigere Freier miteinander Bekanntschaft machten. Damals, bevor der Bar- den Bordellbetrieb verdrängte. Der DJ des jeweiligen Abends legt seine Platten dafür mit viel Liebe, Bedacht und vor allem jenseits des Mainstreams auf.

In den Nachthafen läuft man ab neun Uhr abends ein und macht hier so lange fest, bis die Angestellten die Schotten dicht machen. Einheimische aus der weiteren Nachbarschaft und mittleren Alters treffen sich hier im Schein der Discokugel. Bei ehrlichem Flaschenbier und unprätentiösen Drinks zu korrekten Preisen, ist dies ein herrlicher Ort, den das gemeine Party-Volk gerne langweilig finden kann.

Nachthafen
Clemens-Schultz-Straße 73, www.nachthafen-hh.de

Foto: Judy Born