Als Gründer des Miniatur Wunderlandes im Herzen Hamburgs gelten die beiden Brüder Frederik und Gerrit Braun. Die Idee, die größte Modelleisenbahnanlage der Welt zu errichten, kam Frederik 2000 im Sommer, als er in einem Züricher Modelleisenbahn-Geschäft unterwegs war.

Der Baubeginn der Anlage war dann bereits im Dezember des gleichen Jahres. Bis man die ersten Anlagenabschnitte in der Speicherstadt in Betrieb nehmen konnte, schrieb man den August 2001. Seitdem erweitert man das Miniatur Wunderland beständig um neue Anlagenteile.Die Modelleisenbahnanlage umfasst derzeit acht fertiggestellte Abschnitte, während andere Gebiete wie Frankreich und Italien sich noch in Planung oder Bau befinden. Die bereits vorhandenen Gebiete decken vor allem Deutschland ab, unter ihnen sind aber auch Darstellungen fiktiver Orte oder Teile der USA in Miniatur.

Heimatliche Landschaften

Die Basis bilden die drei Abschnitte, die 2001 als Erstes liefen. Diese wurden zeitlich gesehen parallel erstellt und bilden Mittel- und Süddeutschland mit dem Harz ab. Im österreichischen Gebiet geht es den Machern in erster Linie um die Umsetzung der Thematik der Alpen.

Aber auch die Küste kommt nicht zu kurz: So bekommt diese einen separaten Abschnitt, welcher auch Hamburg darstellt.

Der Fantasieort Knuffingen beeindruckt

Aber auch einen fiktiven Ort namens Knuffingen gibt es, dessen Besonderheit darin liegt, dass er über ein Straßensystem mit 100 fahrenden Autos verfügt. Von diesen Fahrzeugen sind viele auch Feuerwehrautos, welche etwa alle zehn Minuten zu einem Feuerwehreinsatz in der Modellbaustadt ausrücken. Zudem durchzieht ihn eine ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse.

Knuffingen ist eine Stadt mit rund 6.000 Bürgern und wird auf 120 Quadratmetern in Szene gesetzt. Seit Mai 2011 hat sie nun sogar ihren eigenen Flughafen, den „Knuffingen Airport“, der sechs Jahre Entwicklungszeit und 3,5 Millionen Euro an Investitionen verschlang. Dafür können die Besucher nun einen 150 m² großen Flughafen bewundern, der mit einer weltweit einzigartigen Flughafensteuerung ausgestattet ist.

Skandinavien mit „echter“ Nord- und Ostsee

Ein weiteres Highlight ist das Gebiet, das Skandinavien gewidmet ist, denn hier wird durch eine echte Wasserfläche ein wahrer Hingucker gesetzt. In der „Nord-Ostsee“-Meereswanne mit einem Fassungsvermögen von erstaunlichen 30.000 Litern werden sogar Ebbe und Flut simuliert. Derzeit verkehren hier manuell gesteuerte Schiffe, welche in Zukunft per Computer gelenkt werden sollen.

6 Meter hohe Alpen und die USA

Aber auch an Land erreicht das Miniatur Wunderland beeindruckende Dimensionen. So reichen die Schweizer Alpen über zwei Etagen und kommen durch einen Deckendurchbruch auf eine Höhe von 6 Metern.

Die Modelleisenbahnanlage hat jedoch nicht nur auf europäischem Boden so einiges zu bieten, sondern verfügt auch über ein Gebiet für die USA, wo der Besucher einen Querschnitt der Staaten geboten bekommt – von Las Vegas über Miami bis zum Wilden Westen und auch einem Weltraumbahnhof.

Tag und Nacht auch in der Welt des Modellbaus

Überzeugen kann das Miniatur Wunderland die letzten Zweifler dann sicherlich mit dem simulierten Tagesablauf, bei dem man innerhalb von 15 Minuten Tag, Nacht und Dämmerung verfolgen kann. Ein Highlight ist auch, dass die Besucher selbst mittels Schalter Geschehnisse auf der Anlage antreiben können, z.B. indem sie Windräder drehen.

Besucherströme wollen sich verzaubern lassen

2010 stellte das Miniatur Wunderland mit 1.070.000 Schaulustigen einen neuen Besucherrekord auf. Das ist jedoch keineswegs verwunderlich, dann die Macher sind hier mit viel Liebe zum Detail am Werk und begeistern somit jeden Tag hunderte Menschen.