Der italienische Journalist Roberto Saviano hat gestern Abend in einem Interview erklärt, dass die Hansestadt Aktivposten der Mafia sei.

Saviano berichtete dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, dass Hamburg ein „posto tranquillo“, ein ruhiger Ort, sei – besonders für Mafiosi, die untertauchen müssten. Der Fall des im Oktober festgenommenen Gennaro Rinaldi scheint die These des Buchautors („Gomorrha – eine Reise ins Reich der Camorra“) zu stützen. Der Beiname Hamburgs als „Tor zur Welt“ wirkt im Licht von Savianos Erkenntnissen geradezu zynisch: Die Hansestadt sei einer der wichtigsten Umschlagplätze für Kokain in Europa. Saviano war durch sein mutiges Enthüllungsbuch, das Hintergründe des organisierten Verbrechens in Italien darstellt, schlagartig berühmt geworden. Er lebt inzwischen in einer Kaserne, in ständigem Polizeischutz. Seine Familie musste ihre Heimatstadt Neapel verlassen. Savianos Buch steht auch in Deutschland auf den Bestsellerlisten.