Liebigstraße 14: Kampf um besetztes Haus in Berlin Friedrichshain

In der Liebigstraße 14 befand sich vor wenigen Tagen noch eines der letzten besetzen Häuser in Berlin Friedrichshain. Doch nun wurde das lang umkämpfte Haus endgültig geräumt.

Das Haus in der Liebigstraße 14 in Berlin Friedrichshain wurde schon 1990 von der linken Szene besetzt. Später erhielten die Besetzer Mietverträge, die sie sogar als bezahlbar einstuften. Doch nun wurde der besetzte Altbau an zwei Privatpersonen verkauft, so dass die linken Bewohner das Haus räumen mussten.

Kampf um Liebigstraße 14

Doch die Linken wollten Ihren Lebensraum nicht einfach so aufgeben und auch einige wenige Politikern, wie zum Beispiel Hans-Christian Ströbele von den Grünen, kritisierten, dass kein anderer Ausweg als eine Zwangsräumung gefunden werden konnte. Man versuchte auch auf legalem Weg für dieses alternative Wohnprojekt zu kämpfen, aber auch das Gericht sprach die Räumung rechtskräftig.

Schon am frühen Morgen des 2. Februar begann der harte Kampf um die Liebigstraße 14 in Friedrichshain. Da die Hausbesetzer sich weigerten das Haus freiwillig zu räumen, kam es zu einem Polizeieinsatz mit über 2500 Polizisten. Denn auf der Seite der Einwohner der Liebigstraße kämpften auch tausende Unterstützer der linken und alternativen Szene.

In der Straße und auch an der Frankfurter Allee kam es zu Massen-Demonstrationen, die nach und nach außer Kontrolle gerieten. Die Demonstranten gingen mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern auf die Polizisten los und verletzten dabei viele Mitwirkende. Zum Schluss wurden über 30 Demonstranten von der Polizei festgenommen.

„Wir bleiben alle“

Aber auch die eigentliche Räumung war für die Polizisten keine einfache Aufgabe. Die Besetzer verbarrikadierten sich in dem Haus. Sie verstärkten Türen mit Stahl, bauten Mauern auf und legten einige Fallen für die Polizisten. Zum Erstaunen der Polizisten war auch die Treppe, die in das erste Obergeschoss führt abgerissen, so dass die Polizisten zunächst ein Gerüst bauen mussten, um in das Haus zu gelangen.

Die Hausbesetzer schauten den zunächst erfolglosen Versuchen der Polizisten von den Balkonen zu und riefen immer wieder ihren Leitspruch „Wir bleiben alle“. Doch nach ganzen 5 Stunden Polizeiarbeit blieb keiner mehr. Die Berliner Polizei nahm die 9 Hausbesetzer fest und schaffte es damit erfolgreich das Haus zu räumen.

In der Nacht vom 2. Februar auf den 3. gingen die Demonstrationen und Krawalle aber weiter! In Friedrichshain und Mitte wurden viele Scheiben eingeschlagen und Dinge angezündet.

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