Er ist berühmt und berüchtigt – der Hamburger Fischmarkt. Für ihn lohnt es sich auch mal, an einem Sonntag Morgen das warme kuschlige Bett zu verlassen, um sich auf die Schnäppchenjagd zu begeben. Seit 1703 wird an jedem Sonntag des Jahres der Fischmarkt in der Nähe der Reeperbahn und der Landungsbrücken veranstaltet. Er war von jeher eine Ausnahme, denn normalerweise durfte am „heiligen Sonntag“ eigentlich nicht gearbeitet werden. Weil aber die Fischer zu diesem Zeitpunkt vom Fischfang wieder heimkamen und die Ware frisch angeboten werden wollte, erhielt der Fischmarkt am Sonntag seinen Platz.

Aber Fisch und andere Meeresfrüchte machen schon lange nicht mehr den Großteil des Marktes aus. Fast alles gibt es hier inzwischen zu kaufen, von der Unterwäsche für Oma bis hin zur Wohnzimmerpflanze ist hier alles erhältlich. Was sich sonst in den Kleinanzeigen Hamburgs tummelt, lässt sich ebenfalls hier finden. Den Charme des berühmten Fischmarktes machen aber die Marktschreier aus, die von sich behaupten, für diesen Job geboren zu sein. Ein Ignorieren des Geschreis erscheint angesichts der Vielzahl von Schreihälsen fast unmöglich. Wer ursprünglich nur ein paar Brötchen ergattern wollte, hat dank der entertainenden Marktschreier noch zwei Brote, eine Salami und andere Beigaben erhalten – und hat selbstverständlich dabei gespart?!

Der Marktplatz ist aber auch ein Ort für alle Leute – selbst die Herrschaften aus den nobleren Wohngebieten am Rande Hamburgs lassen sich vom Charme des Marktes becircen und kommen immer wieder. Für die kulinarischen Höhepunkte sorgen entweder die Restaurants in der unmittelbaren Umgebung und die zahlreiche Imbisse, die auf dem Fischmarkt ebenfalls beheimatet sind. So frisch geräucherten Fisch hat man selten gegessen. Der Besuch des Hamburger Fischmarktes wird auch für Besucher der Stadt ein unvergessliches Erlebnis.