Dass sich in Köln ausführlich schlemmen lässt, muss niemanden wundern. Die Gastronomiedichte ist ausgesprochen hoch und das Angebot vielfältig. Wo aber trennt sich die Spreu vom Weizen? Was lohnt sich unbedingt, und wo sollte man vorsichtig sein? Am besten nimmt man DEN Restaurantführer für die Kölner Szene zur Hand: Den „Goten“. Gerade erscheint das Standardwerk in einer durchweg aktualisierten Neuauflage.

Seit 2006 schreibt Restaurant-Kritiker Helmut Gote eine wöchentliche Kolumne für den Kölner Stadt-Anzeiger. Kritisch beleuchtet er dort die Gastroszene aus Köln und der näheren Umgebung. Ausführliche Testessen gehen jedem Beitrag voran, und am Schluß weiß der Leser ziemlich genau, was er von Küche, Ambiente und Personal der jeweiligen Location erwarten kann.

2008 stellte der Journalist zum ersten Mal eine Auswahl von 50 Restaurants zu einem Gastroguide zusammen, der seitdem unter dem Titel „Der Gote“ nicht nur für Touristen als ideale Orientierung im vielfältigen Angebot der Kölner Küchenszene dient. Preiswertes Essen für den alltäglichen Genuß hat dort ebenso ihren Platz wie die gastronomische Mittel- und Spitzenklasse. Wer sucht, und zwar egal welchen Gastrotypus, wird hier garantiert fündig.

Selbstverständlich ist „Der Gote“ ein rein subjektives Empfehlungsbuch. Doch 15 Jahre Berufserfahrung und eine leicht verständliche, gur nachvollziehbare Darstellung der einzelnen Restaurant-Erfahrungen vermitteln schon einen ziemlich guten Eindruck davon, was einen im jeweiligen Gastro-Betrieb erwartet. Dabei legt der Autor großen Wert auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und einen möglichst geringen Anteil an Fertiggerichten.

Doch man muss auch warnen: Wer sich einmal in Gotes Guide einliest, wird es vermutlich nicht lange aushalten, ohne direkt einmal eine seiner Empfehlung auszuprobieren. Denn schon beim Lesen kann einem das Wasser gehörig im Mund zusammenlaufen, so eindringlich geraten die Beschreibungen des Autors. Also, Vorsicht bei knappem Budget, denn „Der Gote“ verführt zu hemmungslosen Schlemmereien.