Kreativismus statt gewaltbereiter Aktivismus im Gefahrengebiet

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Als Anwohner des Gefahrengebiets habe natürlich auch ich eine persönliche Meinung zu den politischen, aktivistischen und rechtsstaatlichen Dingen, die aktuell in Hamburg vor sich gehen. Offen gestanden bin ich fast schockiert, wie sich die Lage tagtäglich weiterentwickelt, Polizei und Politik sich in Widersprüchen verstricken, aber ebenso, wie manch linke „Aktivisten“ der Meinung sind, durch gewalttätige Aktionen irgendetwas erreichen zu  können. Liest man die regionalen Medien, erfährt man jeden Morgen wieder etwas von erneuten Randalen in der Schanze, auf St. Pauli oder in Altona. Was man leider nicht liest: Es sind wieder einige wenige Randalierer, die diese Schlagzeilen provozieren. Mehrere hundert Leute demonstrierten die letzten Tage täglich friedlich und drücken ihre Ansicht durch kreative Aktionen aus, an denen man sich kaum sattsehen kann.

Ein kleiner Spaziergang durch die Schanze verdeutlicht, wie die Anwohner und Sympathisanten ihren Unmut öffentlich ausdrücken:

Auch die ESSO-Häuser beziehen Stellung:

 

Viele Anwohner des Gefahrengebiets fanden in ihrem Briefkasten folgenden Vordruck zur Mietminderung:

 

Eine andere Person beantragte beim Auswärtigen Amt eine Einreisegenehmigung für Hamburg, die in den sozialen Netzwerken sehr schnell die Runde machte. Das Auswärtige Amt verwies den angeblichen Kölner an die Stadt Hamburg und das Bundesministerium. Gestern schließlich avancierte eine Klobürste zum Symbol des Widerstands gegen das Gefahrengebiet – nachdem in der Tagesschau gezeigt wurde, wie die Polizei einen Demonstranten durchsuchte und eine Klobürste aus seiner Hosentasche zog, versorgten gestern einige die Demonstranten mit Klobürsten, und ein Anwohner reagierte schnell:

 

Die Polizei meldete „ein angezündetes Auto, ein Peterwagen kaputt, ausgebuddelte Gehwegplatten“ (Quelle: Bild.de) und die Bild-Zeitung beschrieb den gestrigen Abend lediglich als Versammlung kleiner Gruppen von Randalierern. Redakteure, die die Geschehnisse live twitterten und dabei waren, bestätigen immer wieder, dass alles ruhig blieb und die Stimmung seitens der Demonstranten fröhlich, ausgelassen und mehr als friedlich war. Die kontrollierenden Polizeigruppen wurden nicht von Böllern, sondern von La-Ola-Wellen begleitet. Ein Großteil der Anwesenden distanzierte sich sofort von „Aktivisten“, die übermütig wurden, und hielten als solidarisches Friedenszeichen ihre Klobürsten in die Luft. Es gibt immer einige Idioten, die denken, die Sache durch Gewalt und Randale aus dem Ruder laufen zu lassen – ich sehe es jedoch keinesfalls als erfüllte journalistische Sorgfaltspflicht, wenn regionale Zeitungen täglich wieder lediglich von Ausschreitungen berichten, kreative, friedliche tägliche Proteste von zahlreichen Anwohnern jedoch nicht erwähnen.