Die Berliner Luft ist ja durch Paul Linckes Hymne Teil des Deutschen Kulturguts geworden. Offensichtlich ist sie einigen Verantwortlichen der Berliner Parteien schon seit längerem zu dreckig.

Nach der umstrittenen Einführung der Umweltzone, mit der wohl eine Großzahl an älteren Autos nicht mehr in die Innenstadt dürfen, wurde dem Senat am Montag ein neuer Antrag vorgelegt. Dieser sah ein verbindliches Autoverbot für Sonntag, den 1. Juni, vor. Mitglieder der SPD, der Linken sowie der Grünen hatten unterschrieben.

Der Berliner Senat hat jedoch, wie die Berliner Zeitung berichtete, den Antrag als rechtswidrig zurückgewiesen. So ist sich jetzt wohl auf einen freiwilligen Autoverzicht geeinigt worden, ein Verbot käme jedoch nach der gegenwärtigen Rechtslage nicht in Frage. Nachdem schon in Hamburg der Autofreie Sonntag kein Erfolg war, da auch dieser nur auf freiwilliger Basis stattfand, dürfte die Initiative in Berlin mit der Ablehnung eines verbindlichen Autoverbotes wohl als gescheitert gelten.

Als Reaktion darauf wurden Stimmen aus der SPD laut, die behaupteten, sie hätten den Antrag nur im Glauben unterschrieben, es ginge um einen freiwilligen Autoverzicht und nicht um ein Verbot. Daniel Buchholz, der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, steht damit etwas dumm da, er hatte sich die Aktion „Berlin macht einen Tag autofrei!“ auf die Fahnen geschrieben.

Also, auch wenn ein vollkommen autofreie Metropole Berlin sicherlich ein interessanter Anblick gewesen wäre – die Berliner Luft bleibt auch am 1. Juni weitgehend smogdurchsetzt.