Wer an das karnevalistische Treiben am Rhein denkt, hat nicht unbedingt hochkulturelle Assoziationen im Kopf. Doch muss es immer Kölsch, Kamelle und Katerfrühstück sein? Nicht bei Burkard Sondermeier. Mit dem Ensemble „Camarata Carnaval“ tritt er den Beweis an, dass es auch anders geht, und vor allem kultivierter.

Zugegeben, wer lieber mit Pappnase auf dem Tisch tanzen will, ist in der „Lachenden Kölnarena“ besser aufgehoben. Und für beißenden Spott und kritischen Anti-Karneval ist die Stunksitzung die richtige Anlaufstelle. Die kultiviertere Variante bietet dafür die Kölner Oper mit Burkard Sondermeiers Programm „Karneval einmal klassisch“.

Sprachwitz, musikalische Scherze und gehobener Nonsens machen den Humor des kölschen Querdenkers aus. Zusammen mit seinem Ensemble „Camarata Carnaval“ stöbert er in Literatur- und Musikgeschichte nach Spuren von Narretei. Ob das dröge oder lustig ist, entscheidet dabei letztlich der Zuschauer.

Aus gegebenem Anlass dreht sich bei Sondermeier dieses Jahr alles um die Zahl Elf, die gerade im Kölner Karneval eine besonderer Rolle spielt. Über sie gibt es einiges zu erzählen. Dass der traditionelle Elferrat etwa ursprünglich das Tribunal der Jakobiner parodierte, wissen jedenfalls nur echte Kenner der Materie. Und im Siegel der Geckenschaft zu Kleve findet sich die Zahl als Abkürzung für „Ey Lustig Fröhlich“.

Derartiges Überflusswissen gibt es bei Sondermeier zuhauf, und so gerät sein Abendprogramm nicht nur zur kurzweiligen Unterhaltung, sondern lehrt auch einiges über karnevalistische Traditionen. Wer sich selber ein Bild machen will, hat am 5. März Gelegenheit dazu.