Ein Ausflug in den Grunewald mit Spaziergang am See lässt sich sehr gut mit einem Abstecher zum Jagdschloss Grunewald kombinieren. Immerhin ist es die älteste noch erhaltene Schlossanlage, die es in Berlin gibt. Seit Anfang der 30er Jahre dient das Gebäude mit dem einzigen Renaissancesaal der Stadt als Museum und beherbergt neben einer Waffensammlung auch eine nicht zu verachtende Gemäldegalerie.



Jagdschloss Grunewald: Vom Wasserschloss zum Museum

Das Jagdschloss Grunewald ist nicht nur ein besonders hübscher Ort, um einen sonntäglichen Ausflug ins Grüne mit einem kulturellen Programm zu verbinden, auch für Hobby-Historiker dürfte der Besuch keine Enttäuschung sein. Um 1542 von Kurfürst Joachim II nach den Plänen von Caspar Theiß, der auch Baumeister des alten Stadtschlosses war, errichtet, gab das Jagdschlösschen „Zum grünen Wald“ dem bis dahin Spandauer Forst genanntem Waldgebiet seinen Namen Grunewald.

Bis 1709 war das Jagdschloss Grunewald sogar ein Wasserschlösschen, das dem Kurfürsten nicht nur als Unterkunft für ausgelassene Jagdgesellschaften diente, sondern auch seine langjährige Mätresse Anna Sydow und das gemeinsamen Kind beherbergte. Doch mit Rückgang des Wasserspiegels des Grunewaldsees und dem Zuschütten des Wassergrabens ging diese Bezeichnung verloren. Erst bei Bauarbeiten deckte man architektonische Hinweise auf, die auf die frühere Wassernähe schließen lassen.

Nach Umbauarbeiten unter Johann Arnold Nering und Martin Grünberg in den Jahren 1669-1709 bekam Jagdschloss Grunewald zwar eine barocke Fassade, doch im Inneren befindet sich der einzig erhaltene Renaissancesaal, den es in Berlin gibt.

Während die Jagd im 19. Jahrhundert wieder neu in Mode kam, wurde das Schloss unter Wilhelm I. wieder verstärkt genutzt. Daher stammen Modernisierungsarbeiten im Sanitärbereich. Nach dem ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie ging das Schloss in den Regierungsbesitz über. Schon das ehemalige Jagdgebiet war in ein Naherholungsgebiet umgewandelt worden, deswegen wurde das Schloss ebenfalls als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Gemäldesammlung und Renaissancesaal auf Jagdschloss Grunewald

Neben der zeitgenössischen Jagd- und Waffensammlung, die sich im Jagdzeugmagazin befindet, und die Ausstellung zur Schloss Geschichte und dessen Instandsetzung, ist vor allem die Gemäldesammlung im Obergeschoss von Bedeutung.

Die Galerie zeigt die bekanntesten Werke der Berliner Porträtmalerei vom Barock bis zum Biedermeier aus dem Besitz der Hohenzollern. Darunter mehrere Gemälde von Lucas Cranach der Ältere, z.B. Judith mit dem Haupt des Holofernes. Ein weiteres Highlight bildet der schon genannte Renaissancesaal mit seiner reich bemalten Kastendecke, die erst bei Renovierungsarbeiten um 1970 freigelegt wurde.

Jagdschloss Grunewald

Hüttenweg 100 (am Grunewaldsee)
14193 Berlin

Öffnugnszeiten:
April bis Oktober
Dienstag bis Sonntag: 10–18 Uhr

Eintritt:
4 Euro, ermäßigt 3 Euro (ohne Führung)
5 Euro, ermäßigt 4 Euro (mit Führung)

Jagdzeugmagazin
2 Euro, ermäßigt 1,50 Euro

Mehr Infos gibt es hier