Vorhin habe ich mein Brötchen in der Bahn verspeist und gemütlich die ,,Nachrichten“ 😉 über das Bahnfernsehen verfolgt, als eine erschreckende Meldung über den Bildschirm flackerte: HVV rüstet die Busse mit Überwachungskameras auf.

In der U-Bahn gibt es seit jeher Überwachungskameras. Ebenso auf den zahlreichen Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen. In der Medienhochburg Deutschlands wird man verfolgt – auf Tritt und Schritt. Von Unternehmen. Dem Staat. Und manchmal sogar Kleingeistern 😉 .
Ich weiß nicht, wie es euch so ergeht, aber ich persönlich finde das grauenhaft. Ich finde es grauenhaft, mir vorzustellen, wie schmierige Bahnangestellte sich eine fettige Pizza bestellen, diese mit literweise Kaffee runter spülen, während sie beim Anblick der zahlreichen Bildschirme auf einen Animateuren-Porno hoffen oder zumindest eine skandalöse Geschichte.

Ich weiß, ich übertreibe. Amerikanisches Klischee lässt grüßen. Aber Amerika war schon immer der große Bruder für Deutschland und wie bescheuert eifern wir dem Macht-hungrigen Land nach. Und besonders Hamburg bildet da keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil. Da hier die Nationen ein und aus gehen (Hamburg ist ja das ,,Tor zur Welt“), schleppen sie gängige Klischees, Vorurteile und wahnsinnige Wunschvorstellungen gleich mit in die Hansestadt. Und laden sie ab, als wären sie auf der globalen, mentalen Müllkippe gelandet.

So. Und die HVV rüstet fleißig auf. Nämlich die Busse. Bisher waren zumindest die Kamera-frei. Das wird sich nun bald ändern – zum angeblichen Schutz der Hamburger-Einwohner. Und natürlich soll auch der Datenschutz gewährleistet werden, was konkret bedeutet, dass unverdächtiges Bildmaterial nach 24 Stunden wieder gelöscht wird.

Glaubt ihr´s? Ich nämlich nicht. Es huschen doch immer irgendwelche Kopien durch den Vertrag, die man dann irgendwo heimlich hortet, um sie im ungünstigsten Moment wieder auf die sprichwörtliche Bildfläche zu zerren. Ganz ehrlich? Ich würde dankend auf das bisschen mehr an Sicherheit verzichten, wenn dafür diese scheußlichen Kameras wieder verschwinden. Ich bin ungern ein transparenter, gläsener Mensch. Näheres zum öffentlichen Verkehrsnetz von Hamburg findet ihr übrigens hier.