Allein in Berlin geht die Handwerksinnung davon aus, dass von 90.000 Handwerker-Autos allein 20.000 keine Plaketten erhalten haben, um mit ihrem Fahrzeug in der Umweltzone fahren zu können. In Berlin erstreckt sich die Umweltzone innerhalb des S-Bahn-Ringes und darf nur mit einer zugelassenen Plakette oder einer Sondererlaubnis durchfahren werden.

Gerade kleine Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Gerüstbau, Gebäudereinigung, Betonbau und Rohreinigung leiden unter der neuen Regelung. Sie können mit ihren Fahrzeugen keine Aufträge mehr in der Berliner Innenstadt anlegen, weil für diese ihre Autos zwingend notwendig sind. Die Neuanschaffung von zulässigen Fahrzeugen oder das Umrüsten der eigenen Autos stellt eine enorme finanzielle Belastung, der viele Firmen nicht standhalten können.

Experten gehen davon aus, dass allein im Bereich Gas-Wasser-Installation rund sieben Prozent aller in Berlin beheimateten Firmen im Laufe dieses Jahres ihren Betrieb einstellen müssen, weil sie keine Aufträge in der Innenstadt annehmen können. Das Risiko, bei einer „illegalen“ Fahrt durch die Umweltzone ertappt zu werden, möchte viele angesichts von 40 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg, möchten viele nicht eingehen.

Die Handwerkerinnungen versuchen mit einer Internetplattform, wo sie über Finanzierungsmöglichkeiten und Alternativen informieren, den Handwerker Unterstützung zukommen zu lassen. Dies ist aber aufgrund der hohen Zahl von Kleinbetrieben nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Langfristig wird die Perspektive für Firmen ohne Fahrzeuge, die für die Umweltzone zugelassen sind, eher schlecht sein.