Hamburgensie aus Stein: Das Hummel-Denkmal in der Neustadt

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„Hummel, Hummel – Mors-Mors!“ Fast jeder geborene Hamburger kennt diesen plattdeutschen  Spruch aus seiner Jugend – aber nur wenige wissen, was beziehungsweise wer genau dahinter steckt – und was das mit dem Hummel-Denkmal zu tun hat. Hier erfahren Sie dazu mehr.

Der Mann mit den Eimern

Bis zum Jahr 1848 – der Geburtsstunde der „Hamburger Wasserwerke“ – wurde in Hamburg das Wasser mit Wasserträgern von den Brunnen zu den Haushalten gebracht. Die Träger trugen auf hölzernen Schultergeschirren zwei schwere Wassereimer durch die Straßen der Stadt. Einer von Ihnen war Hans Hummel, der mit bürgerlichem Namen Johann Wilhelm Bentz hieß und von 1787 bis 1854 in der Hansestadt gelebt und gearbeitet haben soll. Laut alter Quellen soll er seinen Spitznamen durch die Tatsache erhalten haben, dass er in die Wohnung eines kurz zuvor verstorbenen Soldaten namens Hummel gezogen ist, der bei den Straßenjungs in der Neustadt aufgrund seiner Erzählungen aus dem Krieg sehr beliebt war. Als er nun seine Runden im Quartier machte, ärgerten ihn die Jungs, in dem sie ihn bei seinem Spitznamen „Hummel-Hummel“ riefen und sogar den Hintern blank zogen. Seine genervte Antwort war „Mors-Mors“, was verkürzt so viel wie „Leck mich am A. …“ bedeutete.
Durch die Überlieferung wurde er – ähnlich wie die „Zitronen-Jette“ – so zu einem Hamburger Original seiner Zeit.

Der Mann in Stein

Das Denkmal am Rademachergang wurde 1938 vom Bildhauer Richard Kuöhl geschaffen, genauso wie die Skulpturen und Reliefs an den umliegenden Häusern. Lustiges Detail: Ein ebenfalls in Stein gehauener Straßenjunge streckt dem Wasserträger seinen blanken Hintern entgegen. Wer ihn erspähen möchte, dem sei der „Hummel-Bummel“ empfohlen: Ein 2,5 km langer Rundgang, der sich in Form eines roten Strichs auf dem Fußweg durch das historische Alt-Hamburg zieht. Startpunkt ist der Michel, und die 14. Station ist der legendäre „Hummel-Brunnen“.

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