Hamburg trauert: Loki Schmidt ist gestorben. Somit wird ein lebendes Denkmal von Hamburg zu Grabe getragen.

91 Jahre alt ist sie geworden, unsere Loki mit den großen kaminofenwarmen Augen und dem offenen Lächeln. Trotz ihres Alters lachte sie immer aus einem mädchenhaften Gesicht, erzählte große Geschichten und war immer eine autonome, faszinierende Persönlichkeit neben dem Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Und auch, wenn man es bei einem derart stolzen Alter erwarten durfte, erschüttert es schwer das Herz unserer Hansestadt: Loki ist gestorben, friedlich eingeschlafen.

Helmut Schmidt war unterwegs, als Loki schwer stürzte und sich von einer OP nicht mehr erholte. Sie schlief friedlich ein, um nicht mehr aufzuwachen. Damit geht ein schwerer Verlust einher, denn Hamburg hat die zierliche Frau immer sehr geschätzt. Sie zeichnete sich durch ihre Botanikwissenschaft, durch Umweltschutz und ein warmes Herz aus, das immer an ihre Mitmenschen dachte und den Blick auf das Leben an sich nie verklärte.

Mit Helmut war sie schon in Schultagen befreundet, das Ehepaar verriet einmal verschmitzt, dass Respekt und Achtung das Geheimrezept für eine lebenslang funktionierende Beziehung seien. „Am Anfang hab ich ja noch versucht, dich zu erziehen, aber das hat nicht geklappt“, hat Helmut dabei lachend verraten und mit einem Augenzwinkern zu verstehen gegeben, wie warm der Austausch der beiden Menschen auch nach den vielen Jahren war.

Dass Loki nun tot ist, trifft Hamburg wirklich sehr. Auch ich musste schlucken, als ich davon durch die Nachrichten erfuhr. Dabei dachte ich an Loki, wie sie erzählt, was Glück ist. Nämlich ein Augenblick wie ein Schmetterling, der sich für einen Moment auf deine Handfläche setzt. Flüchtig und ewig in deinem Herzen. Glück kann man nicht festhalten, vielleicht musste Loki deshalb gehen. Auch die ZEIT trauert mit.

Mein tiefes Beileid an die Familie!