Seit 2003 wird unter dem Projektnamen HafenCity der nördliche Teil des Hamburger Hafens zu einem luxuriösem Areal aus Wohn- und Bürokomplexen umgebaut. Bis 2020 sollen hier Wohnfläche für 12.000 Personen und Arbeitsplätze für rund 40.000 Personen entstehen.

Die HafenCity zeichnet sich dabei durch ein sehr modernes Design aus, das einen extremen Gegensatz zur angrenzenden Speicherstadt darstellt. Exakt durchgeplant, mit vielen Freiflächen und modernen Gebäuden ist die Hafencity das genaue Gegenteil zum historischen Lagerhauskomplex der Speicherstadt. Hier treffen Alt und Neu aufeinander und verbinden sich zu einem einzigartig durchgeplanten  Stadtteil der Hansestadt Hamburg – der jedoch auch viele Kritiker findet.

Zur Lage der HafenCity Hamburg

Die HafenCity umfasst das ehemalige Hafengebiet des Großen Grasbrooks sowie die Speicherstadt auf den ehemaligen Inseln Wandrahm und Kehrwieder. Auch Gebiete der Stadtteile Rothenburgsort und der Altstadt, sowie der durch den Bau der HafenCity aufgelöste Stadtteil Klostertor zählen heute zur HafenCity. Nachdem das gebiet Anfang 2003 aus der zollfreien Hafenzone entlassen wurde und so der Weg der Neubebauung geebnet wurde, ist die HafenCity seit dem 1. März 2008 ein eigenständiger Hamburger Stadtteil. Verwaltungsrechtlich gehört zwar auch die Speicherstadt zu diesem Viertel, doch wird gemeinhin als HafenCity nur der Teil verstanden, der durch das Stadtentwicklungsprojekt gravierend um- bzw. neu gebaut wird. Die Speicherstadt wird weiterhin als seperates Quartier gesehen.

Umstrukturierung ehemaliger Hafenflächen

Die Umnutzung ehemaliger Hafenflächen ist kein Novum. In vielen großen Hafenstädten kann man Umstrukturierungen im Hafen beobachten. Prominentestes Beispiel sind die Docklands im östlichen London. Hier entstehen seit den 1980er Jahren neue Wohnungen und Büros. Inzwischen hat sich das Viertel zu einem Geschäftszentrum und einer exklusiven Wohnlage entwickelt. Ähnliches wird nun in der Hamburger HafenCity angestrebt.

Erste HafenCity-Pläne Anfang der 1990er

Die ersten Pläne zur Bebauung des Großen Grasbrooks kamen in Hamburg Anfang der 1990er Jahre auf. Die innenstadtnahe Lage machte das Gebiet zum idealen Standort für städtebaulicher Maßnahmen. Auch war das Gebiet als Hafen immer weniger attraktiv geworden. Durch den Bau des St. Pauli-Elbtunnels, heute auch Alter Elbtunnel genannt, 1911 war eine Barriere zum östlichen Hafengebiet geschaffen worden. Schiffe mit großem Tiefgang konnten diese Strecke nicht mehr passieren, sodass sich der Hafenausbau in den folgenden Jahren immer mehr auf den westlichen Teil des Hafens konzentrierte. So konnte auf das Hafengebiet der jetzigen HafenCity verzichtet und die Fläche für die Bebauung freigegeben werden.

HafenCity InfoCenter

Nach einem städtebaulichen Wettbewerb wurde im Jahr 2000 der Masterplan HafenCity vorgestellt. Die HafenCity sollte als Erweiterung der Hamburger Innenstadt dienen und einer ökonomischen, sozialen, kulturellen und stadtökologischen Zielsetzung folgen. Über den aktuellen Planungsstand kann man sich im HafenCity InfoCenter im alten Kesselhaus der Speicherstadt informieren. In dem Ausstellungs- und Dokumentationszentrum werden interessierte Besucher interaktiv und audio-visuell über die HafenCity informiert. Darüber hinaus ist das gesamte Bauareal über Fußwege zugänglich und auch sogenannte ViewPoints wurden eingerichtet, von denen aus man den Baufortschritt beobachten kann.

Kritik an der Hamburger HafenCity

Zwar wird versucht mit dieser offenen Informationspolitik Akzeptanz für die Reißbrettstadt HafenCity zu schaffen, doch steht auch die HafenCity vor den Schwierigkeiten der kulturellen und sozialen Einbindung in die bestehende Stadtstruktur. So regt sich in Hamburg einige Kritik an dem ambitionierten Projekt der HafenCity. Unter anderem gibt es die Befürchtung, dass hier ein Luxusviertel an der Elbe entsteht, dass sich ausschließlich an Kunden aus den oberen Einkommensschichten richtet. Sozialwohnungen sind in dem Areal nicht vorgesehen. Auch wird die solitäre Bauweise der HafenCity kritisiert, die sich in starkem Maße von der Speicherstadt und der restlichen Hamburger Innenstadt abhebt. Die Gesamtwirkung wird sich jedoch wohl erst nach der Fertigstellung ab 2020 entfalten.

Anfahrt HafenCity

Wer sich für einen Besuch der HafenCity interessiert, kann diese neben drei Buslinien neuerdings auch mit der neu gebauten U4 erreichen. Die U4 fährt ab Jungfernstieg bis zu den Magellan-Terrassen. Seit 2002 erreicht man die Hamburger HafenCity auch per Schiff. Die Schiffslinie 62, Finkenwerder bis St.-Pauli-Landungsbrücken, ist bis zum Anleger Sandtorhöft, an der Spitze des Sandtorkais, verlängert worden.