Das GRIPS Theater Berlin erzählt keine Märchen. Sinnlich und lebhaft schildert es Geschichten aus dem Hier und Jetzt und hat sich damit zum berühmtesten Kinder- und Jugendtheater der Welt gemausert.

Theater Bildquelle: flickr/alancleaver_2000

Es war einmal, war einmal. Das dachte sich der Leiter des Berliner „Reichskabaretts“ Volker Ludwig 1969, als er das erste Westberliner Kindertheater übernahm. Schneewittchen, Dornröschen und Aschenputtel schickte er in die Wüste und ließ stattdessen Stokkerlok und Millipilli auf die Bühne. Mit großem Erfolg: Er erhielt dafür den Brüder-Grimm-Preis.

Mit offenen Augen durch die Welt gehen

Das GRIPS Theater Berlin erhielt seinen heutigen Namen erst sechs Jahre nach seiner Gründung, im Jahre 1972. Das Wort Grips stammt aus der norddeutschen Umgangssprache und bedeutet so viel wie „schnelle Auffassungsgabe“ und „wacher Verstand“. Der Leiter des GRIPS Theater Berlin bezeichnet sein Theater am liebsten als „Mutmach-Theater“.

Kritische Stimmen

Nicht jeder war von Volker Ludwigs neuer Art der Kulturvermittlung in den sechziger Jahren begeistert. Es hagelte Vorwürfe. Sein Theater treibe den Kindern den Respekt vor den Eltern aus und bringe ihnen schlechte Manieren bei, hieß es. Ludwig aber hielt an seiner Idee fest. Er wollte den Kindern spielerisch näher bringen, was die Welt bewegt, ohne dabei in eine künstliche Welt der Feen und Zauberwesen auszuweichen.

Bildung für Jung und Alt

Das GRIPS Theater Berlin plädiert nicht nur dafür, beim Genuss von Kunst und Kultur das Köpfchen einzusetzen, sondern auch dafür, dass Bildung Spaß machen sollte. Lernen bedeutet die Welt entdecken und sie in all ihren farbigen, schillernden Facetten wahrnehmen. Und weil man bekanntlich nie auslernt, sind im Grips Theater heutzutage nicht nur Kinder und Jugendliche willkommen, sondern auch Erwachsene gern gesehen.