In der Galerie „Bernheimer Fine Old Masters“ werden im Rahmen der Ausstellung „Ethnos“, Werke des Fotografen Irving Penn, gezeigt.

Irving Penn war nicht nur Mode- und Porträtfotograf, sondern ging auch neugierig durch die Welt, wenn er unterwegs war. So sind die Bilder, die jetzt im Rahmen der „Ethnos“ Ausstellung gezeigt werden, in Teilen Afrikas, Lateinamerikas und Malaysias, ab den 40er Jahren entstanden. Sein Ziel bzw. die Idee dahinter war, die indigenen Völker mit ihren Trachten, Masken und ihrer Körperkultur abzulichten. Nun sind Irving Penns Bilder in der „Bernheimer Fine Old Masters“ Galerie in München zu sehen. Was kann der Besucher erwarten?

Irvin Penn – „Ethnos“

Der amerikanische Fotograf Irving Penn (1917-2009) zählt zu den wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Seine Mode– und Porträtfotografien waren er über 100 Mal in der Vogue zu sehen. Doch die „Bernheimer Fine Old Masters“ widmet sich diesmal nicht seiner Modefotografie, sondern seinen, man könnte fast sagen, ethnografischen Studien. Über mehrere Jahrzehnte verteilt, erfüllte Irvin Penn sich den Wunsch in (damals noch) abgelegene Teile der Welt zu reisen und dort die Einheimischen zu fotografieren. Wenn man es so betrachtet, werden in der Ausstellung auch Porträts gezeigt. Damit er die Aufnahmen realisieren konnte, schuf er sich ein mobiles Fotostudio. Dieses bestand aus einem alten Lastwagen,  Planen und Stangen. So hatte Penn weiterhin die Möglichkeit, die Menschen vor einem neutralen grauen Hintergrund zu fotografieren, wie er es in New York bei seinen Modefotografien auch tat.

Was gibt es in der Ausstellung „Ethnos“ zu sehen?

Die ersten Bilder seiner fotografischen Reihe sind im peruanischen Cuzco, Lima entstanden. Hier wird besonders das Bild der „Cuzco Children“ hervorgehoben. Dieses Bild zeigt ein barfüßiges Geschwisterpaar, das in Anzug und Kleid gekleidet ist, sich an der Hand hält und in die Kamera blickt. Dieses feinfühlige und stimmungsvolle Bild gilt bis heute noch als eins seiner besten. Weitere Bilder sind 1970 auf seiner Reise nach Neu Guinea entstanden. Hier finden sich Bilder, die sich mit dem Körperkult der indigenen Völker auseinandersetzen. So gibt es ein Foto dreier Männer, die zum Volk der Asaro-Mudmen gehören. Diese Gruppe bemalt sich ihren Körper komplett in Weiß und trägt Masken im Gesicht. Auch dieses gehört zu den berühmteren aus seiner Auslandsserie. Es finden sich im Rahmen der Ausstellung auch einige Farb-Bilder, doch diese sind kaum mit der Intensität der Schwarz-Weiß-Bilder zu vergleichen.

Wer jetzt Interesse bekommen hat, kann noch bis zum 28.01.2012 in der „Bernheimer Fine Old Masters“ vorbeischauen. Sie werden es nicht bereuen.

Irving Penn: „ETHNOS“, 2. Dezember 2011 – 28. Januar 2012, Bernheimer Fine Old Masters, München.