Der Eiserne Steg ist mit seiner markanten Stahlkonstruktion eines der bekanntesten Wahrzeichen Frankfurts.


Seit 1869 bietet der Eiserne Steg eine Verbindung von „Hibb de Bach nach Dribb de Bach“, d.h. er verbindet die am nörlichen Ufer gelegene Altstadt mit dem gegenüberliegenden Stadtviertel Sachsenhausen. Seither prägt die Fußgängerbrücke die Mainuferpromenade. Heute lockt der Eiserne Steg zudem mit einem fantastischen Blick auf die Frankfurter Skyline sowie das Museumsufer und gehört zu den bekanntesten Baudenkmälern der Stadt.

Bau des Eisernen Stegs 1869

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in der Franfurter Bevölkerung Rufe nach einer weiteren Mainbrücke laut. Die einzige Überquerungsmöglichkeit in der Stadt bot die Alte Brücke, doch diese war dem starken Aufkommen nicht mehr gewachsen. Da die Stadtkasse leer war, mussten die Bürger selbst die Initiative ergreifen und die Finanzierung übernehmen. 1869 wurde die Brücke nach Plänen des Architekten P. Schmick erbaut und war in den ersten Jahren nur gegen eine Gebühr von einem Kreuzer zu überqueren. Als die Baukosten1886 getilgt waren, ging der Eiserne Steg in den Besitz der Stadt über und war kostenlos begehbar.

Der Eiserne Steg – Neugotisches Wahrzeichen Frankfurts

Den Fortschrittsglauben an das damalige Industriezeitalter verkörpernd zogen die konkav geschwungenen Metallbögen des Eiserne Stegs ihre Betrachter schon damals in ihren Bann. So ließ sich der Maler Max Beckmann (1884-1950) zu einem expressionistischen Gemälde des Eisernen Stegs inspirieren. Und auch heute lockt die knapp 170 m lange Fußgängerbrücke, die im Stile der Industriearchitektur und Neugotik erbaut wurde, Scharen von Besuchern. Der Name „Eiserner Steg“ ist dabei irreführend, die Brücke über den Main besteht aus vernietetem Stahlfachwerk mit zwei Strombrückenpfeilern. Damals war für diese Material allerdings noch der Begriff „Eisen“ geläufig und der Name „Eiserner Steg“ hat sich bis heute gehalten. Geschmückt wird die Konstruktion von einem griechischen Homer-Zitat. „Auf weinfarbenem Meer segelnd zu anderen Menschen“ steht auf einem Banner über der Brücke zu geschrieben und zitiert damt eine Passage aus Homers „Odyssee“.

Umbauarbeiten am Eisernen Steg

Mehrer Bauarbeiten musste der Eiserne Steg über sich ergehen lassen. Nachdem der Osthafen ausgebaut wurde, nahm der Schiffsverkehr rapide zu und der Eiserne Steg stellte eine Barriere für zu hohe Schiffe dar. Zwischen 1910 und 1912 wurden so Umbauarbeiten durchgeführt und die Brücke erhöht. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der Eiserne Steg neu gebaut werden, nachdem die Wehrmacht den Brückenbau gesprengt hatte. Der Eiserne Steg wurde nach den Originalbauplänen und unter Verwendung der bisherigen Konstruktion wiedererrichtet und konnte schon 1946 wieder überschritten werden. 1993 machte dann die Korrosion eine Sanierung der Brücke unumgänglich. Seitdem ist der Eiserne Steg auch über zwei Fahrstühle zu erreichen und somit auch für Kinderwagen und Rollstühle passierbar.

Spaziergang rund um den Eisernen Steg

Der Eiserne Steg ist für viele Frankfurter ein Symbol der Stadt geworden. Zentral zwischen Altstadt und Museumsufer gelegen prägt er das Stadtbild und lockt zu einem lohnenden Spaziergang. Um den Eisernen Steg herum finden sich die Anlegestelle der Frankfurter Ausflugsschiffe sowie Restaurantschiffe mit Tret- und Ruderbootausleihe. Jeden Samstag lockt darüber hinaus der Frankfurter Flohmarkt, der sich mit bunten Trödelständen vom eisernen Steg bis zum Holbeinsteg erstreckt.