Edvard Munch, der Laien wohl für sein berühmtes Bild „Der Schrei“ bekannt sein dürfte, gastiert ab Februar in Frankfurt am Main in der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Im Zentrum der Ausstellung „Der moderne Blick“ steht allerdings das filmische und fotografische Schaffen des Künstlers.

Wie bereits berichtet, beschäftigt sich die Schirn Kunsthalle Frankfurt ab dem 09. Februar bis zum 13. Mai 2012 mit Edvard Munch und seinem filmischen und fotografischen Schaffen. Unter dem Titel „Der moderne Blick“ ist in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou in Paris eine außergewöhnliche Ausstellung entstanden, die eine ganz neue Sicht auf das Werk Munchs bietet.

130 Werke sind zu sehen, wobei besonders das Spätwerk bis 1944 im Fokus steht. Im Zentrum steht Munchs Auseinandersetzung mit modernen Aufnahmetechniken wie Fotografie und Film – dabei wird erkennbar, inwieweit die spezifischen Kompositionsformen Einfluss auf seine Malerei hatten. Zu sehen sind auch fotografische Arbeiten des Künstlers, sowie vier Filme.

Edvard Munch wurde 1863 in Løten in der norwegischen Provinz Hedmark geboren. Als er fünf war, starb seine Mutter an Tuberkulose; 1877 wurde seine ältere Schwester Sophie Opfer der Schwindsucht. Tod und Krankheit begleiteten die Familie zeit seines Lebens und sollten Munchs Werk ebenso maßgeblich prägen wie seine chronische manisch-depressive Störung. Auf Wunsch seines Vaters begann Munch 1879 ein Ingenieurstudium an einer Technischen Schule in Kristiania, dem heutigen Oslo, ein Jahr später wurde er an die Königliche Zeichenschule zugelassen. Mehrere Aufenthalte in Paris führten ab 1885 zu Munchs Bruch mit dem impressionistischen Stil. Nach dem Tod seines Vater 1889 und einer tiefen Depression entwickelte Munch in einer Art expressivem Symbolismus Metaphern und Bildformeln für innere Erlebnisse und wurde zum Wegbereiter des Expressionismus. Munchs zunehmender künstlerischer Erfolg zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging mit ruhelosen Aufenthalten in Paris und Berlin einher und wurde zunehmend von Alkoholproblemen und psychischen Konflikten begleitet. Nach einem Nervenzusammenbruch und einer mehrmonatigen Behandlung im Spätsommer 1908 ließ sich Munch wieder fest in Norwegen nieder. 1916 erwarb Munch das Anwesen Ekely in der Nähe von Kristiania, wo er bis zu seinem Tod am 23. Januar 1944 zurückgezogen, aber überaus produktiv lebte.

„Der moderne Blick“ wird durch ein ausführliches Begleitprogramm auch für Kinder und Jugendliche begleitet. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Römerberg
60311 Frankfurt

Di, Fr–So
10–19 h
Mi u. Do
10-22 h