Domfeuer: Mittelalter-Krimi aus Köln

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Seit Umberto Ecos Weltbestseller „Der Name der Rose“ ist das Mittelalter ein beliebtes Spielfeld für allerlei Kriminalliteratur von mal mehr, mal weniger unterhaltsamer Qualität. Für Köln hat sich gleich ein eigenes Untergenre etabliert, das sozusagen die historische Variante der beliebten Regionalkrimis ausmacht. Aktuelles Beispiel mit realem Hintergrund: „Domfeuer“.

Domfeuer

Der bekannteste Mittelalter-Krimi mit Kölner Lokalkolorit ist fraglos immer noch „Tod und Teufel“ von Bestseller-Autor Frank Schätzing. Die eine oder andere Ähnlichkeit mag man im aktuellen Roman von Dennis Vlaminck sicherlich finden, doch schließlich geht es ja nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern eine spannende Geschichte vor dem Hintergrund der historischen Domstadt zu erzählen.

Das gelingt mit „Domfeuer“ recht gut, und ein reales Ereignis rund um den Dom-Bau ist der Auslöser: Als 1248 der alte karolingische Dom von 870 nach und nach abgerissen wurde, um den neuen gotischen Dom zu bauen, hatten die Baumeister bewusst ein Feuer gelegt. Ziel war es, nur den Ostchor abzubrennen, doch die Flammen griffen schließlich auf das gesamte Gebäude über.

„Domfeuer“ setzt bei diesem Ereignis an und spinnt von dort aus eine figurenreiche Kriminalgeschichte. In einer einzigen Nacht werden ein Werksbaumeister der Domhütte, sowie zwei wohlhabende Stifter auf grausame Weise ermordet. Der Verdacht fällt auf den Hafenknecht Paulus, dem offenbar jemand die Taten anhängen will. Fortan ist er auf der Flucht und bemüht, den wahren Täter entlarven. Doch die Ausmaße sind noch viel größer als erwartet, denn auch der Neubau des Doms selber ist gefährdet. Eine Verschwörung also?

Freunden mittelalterlicher Köln-Krimis ist Autor Dennis Vlaminck wahrscheinlich kein Unbekannter. Mit „Reliquien“ hatte er sich bereits einmal in die dunkle Historie der Stadt begeben und einen unschuldig des Mordes Beschuldigten auf Täterjagd geschickt. Mit seinem neuen Roman hat er sich zwar nicht wirklich sonderlich weit vom Sujet entfernt, doch unterhaltend ist das allemal.

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Dennis Vlaminck
Domfeuer. Ein Krimi aus dem Mittelalter
384 Seiten, Emons-Verlag
ISBN 978-3-89705-871-2
Euro 11,90