In drei Wochen kommt die Umweltzone, und die Bedenken derer, die sie umsetzen sollen, werden immer lauter.

Es ist ein bisschen wie früher, wenn ich prahlte, vom 10-Meter-Turm springen zu wollen; dann kletterte ich hoch, aber oben, kurz vor dem Sprung, hatte ich ganz weiche Knie. Die Organe, welche direkt an der Umsetzung eines voreilig getroffenen Entschlusses beteiligt sind, protestieren immer zuerst. Und meistens vergeblich. Natürlich sprang ich, was hätte ich denn tun sollen? Und ein paarmal tat es richtig weh. Inzwischen hüte ich mich vor öffentlichen Badeanstalten.

So ist zurzeit der Stand der Dinge in der Berliner Innenpolitik: Über die Notwendigkeit der Umweltzone (jedes Auto bekommt dann eine Plakette, mit der sie dann in die Innenstadt dürfen) ist man sich schon lange einig. Damit werden sicherlich eine Menge Gebrauchtwagen eine Plakette bekommen, auf der draufsteht:“Du kommscht hier net rein“, aber die praktische Umsetzung wirft einen Haufen Probleme auf, mit denen sich niemand so recht beschäftigen möchte. Darf das Ordnungsamt zu Neujahr Bußgelder und Flensburger Punkte verteilen? Viele Politiker schlagen vor, eine Kulanzfrist von einigen Monaten zu gewährleisten – dem widerspricht Polizeisprecher Andreas Polley: Ein Polizist, erklärt er, dürfe bei einem Bußgeld von 40 Euro nicht einfach ein Auge zudrücken. Damit verstoße er gegen seine Pflichten. Will man den Polizisten überhaupt erst die Möglichkeit geben, über vorläufige Verstöße hinwegzusehen, muss diese gesetzlich festgelegt sein. Andernfalls werden Bußgelder verteilt.

Die Politik ähnelt mal wieder einem großen Marktplatz, auf dem die Marktschreier ihre Produkte lauthals anpreisen. Wer am lautesten schreit, bekommt die meisten Kunden, wer in der Politik am meisten und lautesten schreit bekommt oftmals recht  nur um endlich ruhig zu sein.

Tja, schade. Dass Entscheidung noch angepasst wird, ist eher unwahrscheinlich. Ich wäre ja wohl kaum vom 10-Meter-Turm wieder runtergeklettert, wie sieht das denn aus. Und was denken die Freunden, von den Feinden ganz zu schweigen? Manchmal bin ich froh, dass ich kein Auto habe.