In viele Menschen wuchs bereits vor rund 100 Jahren der Traum vom Auswandern nach Amerika. Dieser Traum wurde im Hamburger Hafen real, als Albert Ballin seine Stadt in der Stadt, die BallinStadt, für die Auswanderer bauen ließ.

Die Geschichte der BallinStadt

Allein zwischen den Jahren 1850 und 1934 gab es rund 5 Millionen Menschen, die der Armut entfliehen und in Amerika ihr neues Glück suchen wollten.

Waren es 1856 nur 3.043 Menschen, die mit der Hapag-Reederei ihren Start ins neue Leben antraten und von Hamburg nach New York fuhren, waren es 1890 bereits 66.862 Auswanderer die Hapag transportierte. Es war ein regelrechter Boom. 1913 war die Ausreise von 192.733 Menschen in die neue Welt der Höhepunkt der Auswandererwelle.

Die Gründe für die Flucht auf einen anderen Kontinent waren vielfältig. Es gab politisch Motivierte, religiös Verfolgte, der Armut Entfliehende und Männer die sich dem drohenden Militärdienst entziehen wollten.

Zu Beginn der Auswandererwelle traten die Menschen auch von Rotterdam, Le Havre und Antwerpen aus ihre Reise an. Später kamen mehr und mehr Auswanderwillige auch aus dem östlichen Europa und der Hafen in Hamburg bekam eine wachsende und größere Bedeutung.

Für Alfred Ballin hatten diese Menschen natürlich auch eine große Bedeutung. Er war Geschäftsmann und das Geschäft mit den Auswanderungen lief damals sehr gut. Anfang des 20ten Jahrhunderts, 1901,  waren die Zustände für die wartende Menschenmasse in der Stadt zudem unhaltbar geworden und so ließ Ballin auf der Elbinsel Vettel eine Art Kleinstadt für die Auswanderer bauen. Hier gab es Speiseräume, Schlafsäle, Lazarette, ärztliche Einrichtungen und sogar eine Synagoge.

1892 Jahre war dann erst einmal Schluss mit der Auswanderung ab Hamburg. Die Cholera war ausgebrochen und der Hamburger Senat verhängte eine strikte Einreisesperre. Damit kam der ganze Auswandererverkehr in Hamburg zum erliegen. Das bedeutete für die Hapag natürlich einen immensen Verlust. Ballin und seine Kollegen verhandelten zäh mit dem Hamburger Senat und konnten ihm schließlich die Genehmigung für einen erneuten Start in die neue Welt von Hamburg aus abringen. Die Auswanderer mussten sich aber von 1893 an einer genauen medizinischen Untersuchung unterziehen.

Heute ein Museum mit Geschichte

An genau dem Ort – auf der Veddel – wo damals der Aufenthaltsbereich für die Emigranten war, ist 2007 die BallinStadt Auswandererwelt entstanden, ein Erlebnismuseum der ganz besonderen Art.

Drei der Wohn- und Schlafpavillons sind originalgetreu nachgebaut worden, so dass der Museumsbesucher wirklich die Phasen der Emigration nachempfinden kann: Ankunft in Hamburg und Einschiffung, Überfahrt nach New York und die Immigration in Amerika.

In den alten Passagierlisten kann man am Computer forschen, ob die eigenen Vorfahren vielleicht von genau hier aus nach Amerika ausgewandert sind.

Die BallinStadt ist ein wirkliches Erlebnismuseum, in dem Jung und Alt spannende Geschichten erfahren, Geschichte nachfühlen können, und in dem es immer regelmäßig auch Motto-Ausstellungen anzuschauen gibt.