Der Kaskelkiez im Bezirk Lichtenberg liegt zwischen den S-Bahn-Stationen Ostkreuz, Rummelsburg und Nöldnerplatz und ist auch im Norden von S-Bahn-Trassen begrenzt. Er bezeichnet ein Wohngebiet im Ortsteil Rummelsburg, das v.a. durch die quer hindurch laufende Kaskelstraße.

Den Namen Kaskel verbindet man heute vornehmlich mit einer deutschen Bankiersdynastie. Bekannt ist der Kaskelkiez aber auch unter dem dem Namen Victoriastadt in Anlehnung an die britische Königin, die von 1837 bis zu ihrem Tod 1901 das Vereinigte Königreich und ab 1876 als erste Kaiserin Indien regierte.

Zahlreiche Gebäude des Kaskelkiezes stehen heute unter Denkmalschutz. Nachdem im zweiten Weltkrieg nur wenige Gebäude zerstört worden waren, wurden mittlerweile fast alle Gebäude fachgerecht saniert, so dass der Kiez einen guten Eindruck der Gründerzeit in Berlin vermittelt. Sie gehören inzwischen zu den beliebsten Wohnungen Berlins.

Ein Großteil des Kaskelkiezes geht auf ein Industriellen-Brüderpaar namens Lehmann zurück, das für die Arbeiter seiner Fabriken ab 1871 eilig Wohnraum schaffen musste. So entstanden –  gemeinsam mit Albert Protzen finanziert – Wohnhäuser inklusive Werkstätten und Unterständen in den Hinterhöfen, die auch heute zum Teil noch erhalten sind.

Bekannte Einwohner des Kaskelkiezes

Heute wohnen im Kaskelkiez etwa 3.500 Einwohner. Prominente Einwohner waren im Laufe der Zeit Heinrich Zille, wohl einer der bekanntesten Zeichner Berlins,  und das Ehepaar Tucholla, das aufgrund ihres Widerstandes von den Nazis 1943 ermordet wurde.

Wahrzeichen und sehenswerte Gebäude

Wahrzeichen der Victoriastadt ist der knapp 40 Meter hohe Schrotkugelturm, in dem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahtlose Bleischrotkugeln für Schusswaffen hergestellt wurden. Sehenswert ist aber auch das Gebäude des Oberstufenzentrums Bürowirtschaft II, das im denkmalgeschützten ehemaligen Jahn-Realprogymnasium untergebracht ist, einem schlossähnlichen Gebäudekomplex von 1907.

Weitere den Kaskelkiez prägende Gebäude sind die Erlöserkirche und das sogenannte Victoriahaus. Im Kaskelkiez befinden sich jedoch so viele denkmalgeschützte Gebäude und Wohnhäuser, dass es sich lohnt, einfach einmal auf gut Glück durch den Kiez zu streifen, schließlich ist er aus allen Richtungen mit der Bahn gut zu erreichen und so auch in Hinblick auf den Tourismus Berlins nicht ganz uninteressant – zum Beispiel von East Side Gallery und Open Air Gallery auf der Oberbaumbrücke nur ein paar Stationen mit der S-Bahn entfernt.