Die Ausstellung „Höchster Porzellan 1746-1796“ wurde 1994 im Historischen Museum Frankfurt am Main eröffnet. Sie macht den Besucher mit der über 260 Jahre alten Geschichte der Höchster Porzellanmanufaktur, der zweitältesten ihrer Art in Deutschland, vertraut.

Von Meißen nach Höchst

Nach der Entdeckung der Porzellanherstellung durch Johann Friedrich Böttger und der Gründung der ersten Porzellanmanufaktur in Meißen begann die Erfolgsgeschichte des europäischen Porzellans, dessen Fabrikationsgeheimnis lange Zeit durch die Meißener Manufaktur gewahrt werden konnte. Es sollte drei bis vier Jahrzehnte dauern, bis der Monopolstellung des Meißener Porzellans ein Ende bereitet werden konnte. Entscheidenden Anteil daran hatte Adam Friedrich von Löwenfinck, einem aus Meißen stammenden Porzellanmaler, der zusammen mit Johann Christoph Göltz die Höchster Manufaktur im Jahre 1746 gründete.
Zunächst wurden jedoch nur Fayencen produziert. Erst unter der künstlerischen Leitung des Modellmeisters Johann Peter Melchior erlangte die Höchster Manufaktur ihre Blütezeit, die vor allem durch eine künstlerisch hochwertige Figurenproduktion gekennzeichnet war.
Bedingt durch die Französische Revolution und die damit einhergehende Besetzung des Rheinlandes, kam es zur Schließung der Manufaktur im Jahre 1796.

Rokoko und Frühklassizismus

Die Blütezeit der Manufaktur ist eng mit der Kunst des Rokoko verbunden. Davon zeugen vor allem die figürlichen Plastiken, die mit ihren weichen und gerundeten Formen dem Geschmack der Zeit Rechnung trugen. Auch die Produktion zahlreicher Gefäße und Tafelgeschirre legt Zeugnis ab vom künstlerischen Niveau der Höchster Porzellanmodellierer und Porzellanmaler. Eine Vielzahl von Exponaten trägt bereits Züge des Frühklassizismus.
Leider wurde die künstlerische Entwicklung mit dem Übergang zu Klassizismus durch die politischen Ereignisse jäh unterbrochen.

Das Mainzer Rad

Die Porzellanmanufakturen im 18. Jahrhundert waren Wegbereiter des Markenrechts. Das Firmenzeichen der Höchster Manufaktur ist das sogenannte Mainzer Rad, ein Rad mit sechs Speichen, das die Oberhoheit des Mainzer Kürfürsten repräsentierte.
Es „dreht“ sich wieder seit 1947, dem Jahr der Neugründung der Manufaktur.