Das „Senftöpfchen“ in Köln ist eines der bekanntesten Theater der Stadt und wurde hier vor fünf Jahrzehnten als erste Kabarett-Bühne der Rhein-Metropole gegründet.

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Noch heute ist das „Senftöpfchen“ in Köln eine der allerersten Adressen in Sachen Kabarett und Kleinkunst. Verrückt und bunt geht es zu in dem seit über fünfzig Jahren privat geführten Theater, das sein Stammpublikum wie Neuzugänge mit einem wechselnden Programm voller verbaler und musikalischer Kulturgeschichte begeistert. Gegründet wurde das „Senftöpfchen“ von Fred und Alexandra Kassen, die damit nicht nur Kölner Lokalgeschichte schrieben, sondern auch eine über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Kabarett-Institution schufen.

Mehr als 50 Jahre „Senftöpfchen“ in Köln

Alles begann 1959, als der gebürtige Rheinländer Fred Kassen von München nach Köln zurückzog und beschloss, aus seinen Erfahrungen in der Welt des musikalischen Theaters zu schöpfen und der Rhein-Metropole ihre erste Kabarett-Bühne zu schenken. Zu dieser Zeit gab es zwar schon verschiedene kleine Theater in Köln, ein Kleinkunstprogramm, wie der ehemalige Comedian Harmonist es sich vorstellte, suchte man jedoch vergeblich.

Kassen brachte nicht nur seine Idee und seine Familie mit nach Köln, sondern auch ein kleines Ensemble bestehend aus Volksschauspielerin und Chanson-Sängerin Brigitte Mira, Schauspieler Gerd Martienzen, Kabarettist und Mime Bruno Pantel sowie Heinz Junge, die für die ersten Auftritte im neu gegründeten „Senftöpfchen“ sorgten und das kleine Theater schon bald stadtbekannt machten. Die Folgejahre zeigten, dass dem Ehepaar Kassen ein wahrer Kunstgriff gelungen war, und um dies zu ehren, entschloss sich Alexandra Kassen, das gemeinsame Werk auch nach dem Tod ihres Gatten 1972 fortzuführen.

Das „Senftöpfchen“ verleiht der Kölner Theaterszene die richtige Würze

2009 konnte das „Senftöpfchen“ bereits seinen 50. Geburtstag feiern, doch der Ruhestand scheint in weiter Ferne. Noch immer singt man hier das eigens von Fred Kassen komponierte „Senftöpfchen Lied“ und weiterhin kommen Künstler wie Zuschauer gern in das kleine Theater in der Großen Neugasse in Köln. Das Programm ist so vielseitig wie eh und je, Kabarett und Kleinkunst wechseln mit Musik und Comedy, aber immer gibt es scharfzüngige Seitenhiebe auf Vergangenes und das aktuelle Zeitgeschehen. So beliebt ist das „Senftöpfchen“ bei Kölnern und Nicht-Kölnern, dass sich seit 1986 ein Förderverein, heute unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Alfred Biolek, um die Verwaltung von Mitgliedsbeiträgen und das Sammeln von Spenden kümmert, damit Kölns ältestes Kabarett-Theater auch weiterhin ohne städtische Subventionen existieren und damit seine kreative Unabhängigkeit bewahren kann.

„Das Senftöpfchen Lied“

Die ganze große Welt in einem kleinen Töpfchen Senf,
Sie sahen eben selbst, wie gut das geht.

Von London bis nach Washington, von Tokio bis nach Genf,
Jetzt wissen Sie, worum die Welt sich dreht.

Auf uns’rer Bühne standen die Probleme im Dessous
Und wo’s besonders nötig war,
Da gaben wir als Clou der ganzen großen Welt
Aus uns’rem kleinen Töpfchen Senf
Ein Löffelchen von uns dazu.