Das Münchner Hofbräuhaus ist das wohl bekannteste Brauhaus der Welt und eine zentrale Sehenswürdigkeit der Stadt. Im Herzen der Altstadt gelegen, lockt der „Bierpalast“ gleichermaßen Einheimische wie jährlich Millionen von Touristen aus aller Welt.


Das Brauhaus blickt auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurück und hat sich mit seinem urigen Charme zu einer Institution in der Landeshauptstadt entwickelt. Neben dem schmackhaften Bier und den traditionellen Spezialitäten hat vor allem der Gassenhauer „In München steht ein Hofbräuhaus“ zu seiner weltweiten Bekanntheit beigetragen. Der Besuch im Hofbräuhaus ist ein Muss für jeden Münchenreisenden!

Gründung des Münchener Hofbräuhauses

Weniger bekannt ist hingegen die Gründungsgeschichte der Brauerei. Ende des 16. Jahrhunderts wird das Brauhaus im Auftrag von Wilhelm V. für seinen anspruchsvollen Hofstaat errichtet. Das in der Stadt gebraute Bier schmeckte nicht, sodass Bier aus dem niedersächsischen Einbeck importiert werden musste. Ein auf die Dauer recht kostenintensives Unterfangen. So gibt der bayrische Herzog am 27. September 1589 den Bau der stadteigenen Brauerei in Auftrag, die knapp drei Jahre später ihre Tore öffnet. Die Geburtsstunde des Münchener Hofbräus.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein ist der Besuch im Hofbräuhauses jedoch ausschließlich der blaublütigen Gesellschaft vorbehalten. Erst 1828 wird die Hofschänke durch König Ludwig I. auch für das gemeine Volk geöffnet. Seit diesem Jahr läuft der Schankbetrieb am Platzl, die eigentliche Brauerei wurde inzwischen ausgelagert. Darüber hinaus wird die Brauerei im Jahr 1852 in den Besitz des bayrische Staates überführt und trägt seither den Namen Staatliches Hofbräuhaus am Platzl.

Das Hofbräuhaus München heute

Seit 1980 wird das Hofbräuhaus, oft auch einfach als HB München bezeichnet, von der Familie Sperger betrieben. Unter ihrer Bewirtung zieht es tagtäglich bis zu 30.000 Gäste in die Räume des Wirtshauses. Herzstück ist die Schwemme, eine im Parterre unter dem Kreuzgewölbe gelegene Bierhalle. Wo früher das Bier gebraut wurde, finden heute bis zu 1.300 Gäste an den teilweise noch aus dem Jahr 1897 stammenden Holztischen Platz. Eine Mass Bier kann man hier für 7,30 € genießen. Die Öffnungszeiten sind täglich von 9.00 – 23.30 Uhr.

Neben den Scharen an Touristen, die sich täglich im Hofbräuhaus tummeln, legt das Haus viel Wert auf seine Stammgäste. Regelmäßig finden verschiedene Stammtische in den Räumen des Hofbräuhauses München statt. Einige Stammgäste besitzen sogar ihr eigenes Trinkgefäß, welches sie in Regalen in der Schwemme lagern können. An ein solches Schließfach zu kommen, ist jedoch ein seltenes Privileg – die Schlüssel können ausschließlich durch Vererbung weitergegeben werden. Traditionen werden hier gepflegt. Und auch im Sommer lohnt sich ein Besuch. Dann öffnet der Biergarten im Innenhof seine Pforten. Wer außerdem einmal hinter die Kulissen eines Brauhauses gucken möchte, bekommt im Hofbräu München die Gelegenheit dazu. Als erste Brauerei Münchens bietet sie interessierten Besucher Brauereiführungen.

Das Hofbräu-Festzelt auf dem Oktoberfest

Auch auf dem jährlich stattfindenden Oktoberfest hat sich das Hofbräuhaus als feste Größe etabliert. Das Hofbräu-Festzelt ist mit einer Kapazität von knapp 10.000 Plätzen das zweitgrößte Zelt auf der Wies’n und das einzige, das mit einem Stehbereich direkt vor dem Musikpodium lockt. Besonders ansprechend ist auch die Dekoration des Zeltes. Jedes Jahr werden zu diesem Zwecke insgesamt 12 Zentner Hopfenreben an den Dachhimmel installiert. In den 16 Tagen des Oktoberfestes werden hier schon mal 5.500 HL Hofbräu-Bier, 5.500 Schweinshax’n und 8.500 Schweinswürst’l konsumiert.