Clubsterben in Prenzlberg: Die Party ist woanders

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Das Clubsterben scheint im Prenzlberg kaum aufhaltbar © psd/Flickr

Viele Menschen schwärmen nach Jahren noch von den atemberaubenden Clubs in Berlin, in welchen sie während ihres Aufenthalts bis in die Morgenstunden gefeiert haben. Es bleibt die Erinnerung an unvergessliche Partynächte, die so schnell nicht wiederholt werden können. Ähnliches droht den eingefleischten Partygängern aus Berlin und Umgebung im Prenzlauer Berg. Clubs, die dort das Nachtleben über Jahre hinweg geprägt haben, verschwinden von der Bildfläche.

Clubsterben im Prenzlauer Berg: Ende der Vielfalt

Jetzt trifft es auch den Elektroclub „Icon“, der seit Ende der Neunziger dem Publikum mit diversen Partys und Konzerten eine vergnügliche Zeit bereitete. Nachdem dem Club bereits letztes Jahr die Genehmigung entzogen wurde und nur aufgrund engagierter Partygänger eine Weiterführung erreicht werden konnte, scheint nun das Aus endgültig. Der Club ruft am 31. Dezember 2011 ein letztes Mal zur Party auf, wenn das Motto „ICON GOES…nirgendwohin!“ lautet.

Grund für das Aus war die fehlende Bereitschaft des Vermieters, den Mietvertrag rechtzeitig zu verlängern. Erst nachdem das Icon die Schließung bekannt gegeben hatte, bot der Vermieter eine Verlängerung an. Zu spät jedoch für die Betreiber, für die, aufgrund der Vorlaufzeit für das Buchen von Acts, kein sinnvoller Weiterbetrieb des Clubs möglich war.

Die Berliner Party-Szene dünnt sich aus

Somit reiht sich das Icon in die Riege von „Magnet“, „Knaack“ und der Bar „Zum schmutzigen Hobby“ ein, die bereits 2010 die Boxen im Prenzlauer Berg abstellen mussten. Während der Magnet-Club und die Bar „Zum schmutzigen Hobby“ in Friedrichshain ein neues Zuhause fanden, mussten die Betreiber des Knaack-Clubs nach 58 Jahren Betrieb schließen.

Die Club-Vielfalt im Prenzlauer Berg scheint sich durch die Schließungen zunehmend zu lichten. Diese Entwicklung ist nicht nur Ergebnis der Beschwerden ruhebedürftiger Anwohner, sondern wird auch durch hohe Mieten für die Flächen und Nachzahlungsforderungen des Finanzamtes begünstigt, die auf einer bis 2006 rückwirkenden Erhöhung der Mehrwertsteuer von 7 auf 19 Prozent beruht.