Die Volksbühne in Berlin trägt heute den Namen “Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz”. Das Theater entstand, als sich im Jahre 1892 ein Teil der Freien Volksbühne abspaltete. Der Verein verfügte im Jahre 1902 über genügend finanzielle Mittel, damit ein eigenes Theater errichtet werden konnte. Das Gebäude befindet sich im heutigen Stadtteil Berlin-Mitte.

Geschichte

Sämtliche Mitglieder sammelten Spenden, den sogenannten „Arbeitergroschen“. Der Architekt Oskar Kaufmann konnte schließlich gewonnen werden, damit das Theater am damaligen Bülowplatz errichtet wird; die finanziellen Mittel standen durch die Spenden bereit. Es war das erste Gebäude, das einem modernen Stil nachempfunden wurde und bot Platz für etwa 2.000 Personen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theater schwer beschädigt, zwischenzeitlich wurde es als Gebäude der Trümmerbahn Berlins genutzt. In den Jahren von 1952 bis 1954 wurde es schließlich wieder aufgebaut, einen Entwurf hierfür lieferte Hans Richter. Dabei wurde das Aussehen des Gebäudes stark verändert. Standen vorher vorwiegend geschwungene Linien im Vordergrund, wurden nun viele Begradigungen durchgeführt. Dies gab dem Theater eine Erscheinung, die im Berliner Stadtbild herauszustechen wusste.

Der Intendant Frank Castorf

Frank Castorf ist der nunmehr neunzehnte Intendant des Theaters, er übernahm die Leitung im Jahre 1992. Seitdem steht die Volksbühne vermehrt im Fokus der Öffentlichkeit, oft wird auch für negative Schlagzeilen gesorgt. Grund hierfür sind zumeist Inszenierungen, die viele Theaterbesucher empören. Dennoch – oder gerade deshalb – konnte die Berliner Volksbühne viele bekannte Regisseure und Schauspieler hervorbringen bzw. für sich gewinnen. Hierzu zählen beispielsweise Christoph Schlingensief, René Pollesch, Corinna Harfouch, Martin Wuttke und Klaus Mertens. Jedoch haben viele der genannten Akteure die Bühne in der Zwischenzeit wieder verlassen.

Schließung und Wiedereröffnung

Über ein halbes Jahr zogen sich die Renovierungsarbeiten im Jahre 2009 hin, diese dauerten von März bis Oktober. Die Bühnentechnik war mehr als 50 Jahre alt und musste ausgetauscht werden, zudem wurden die Verwaltungsbüros erneuert und der Brandschutz heutigen Standards angepasst. Die Wiedereröffnung fand am 11. November 2009 statt, vorübergehend trat das Ensemble in einem Amphitheater auf, welches provisorisch für die Übergangszeit errichtet wurde.

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